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Hurrikan: "Ivan" rast auf New Orleans zu

An der amerikanischen Golfküste um New Orleans hat mit dem Herrannahen von Hurrikan "Ivan" der große Exodus begonnen. Bürgermeister Ray Nagin rief die Einwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Mit einer Massenflucht ins Landesinnere haben sich die Einwohner der US-Golfküste auf das Herannahen von Hurrikan "Ivan" vorbereitet. Das nationale Hurrikan-Zentrum gab eine Sturmwarnung für einen fast 500 Kilometer langen Küstenstreifen heraus. Rund 750.000 Menschen in Florida, Mississippi und Alabama wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Meteorologen rechneten mit knapp fünf Meter hohen Flutwellen. Besonders gefährdet ist die Stadt New Orleans, die unter dem Meeresspiegel liegt.

New Orleans wochenlang unter Wasser?

New Orleans könnte im schlimmsten Fall wochenlang bis zu sechs Meter unter Wasser stehen, fürchten Experten. Die Stadt würde von Abwässern und Chemikalien überschwemmt werden. Betroffen wären mehr als 1,2 Millionen Menschen. "Das ist ein sehr gefährlicher Sturm", sagte der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin. "Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte erwägen, die Stadt zu verlassen."

"Ivan" wurde mit Windstärken bis zu 275 Stundenkilometern an der Golfküste erwartet, er sollte am Mittwoch auf Land treffen. Der Wirbelsturm fegte zuletzt über den Westen Kubas hinweg und setzte mit Geschwindigkeiten von fast 260 Kilometern in der Stunde Felder unter Wasser, Bäume und Strommasten stürzten um. Auf seinem Weg durch die Karibik hat "Ivan" in den vergangenen Tagen mindestens 68 Menschen in den Tod gerissen.

Bush gibt Finanzspritze für Florida

US-Präsident George W. Bush beantragte beim Kongress unterdessen weitere Finanzhilfen in Höhe von 3,1 Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) für Florida, wo im August bereits Hurrikan "Charley" schwere Verwüstungen angerichtet hat. Kritiker vermuten, Bush wolle sich mit seinem Einsatz in erster Linie Wählerstimmen sichern - Florida gilt als einer der entscheidenden Staaten bei der Präsidentschaftswahl im November.

DPA / AP / Reuters / AP / DPA / Reuters