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Hurrikan-Katastrophe: Seekühe stranden in Florida - Geschichte einer ungewöhnlichen Rettungsaktion

Nicht nur für Menschen bedeutet ein so zerstörerischer Hurrikan wie "Irma" eine Ausnahmesitutation. Selbst Meerestiere haben mit dem Supersturm Probleme - wie zum Beispiel zwei Seekühe in Florida.

Als Michael Sechler aus Sarasota im Manatee County in Florida am Sonntag mit Freunden zum Strand ging, um das Heranziehen von Hurrikan "Irma" zu beobachten, blieb sein Blick an ungewöhnlichen Objekten hängen. Die Neugierde überwog die Sorge vor möglichen Gefahren, und so gingen Sechler und seine Begleiter auf die Objekte zu. Zu ihrem großen Erstaunen fanden sie zwei Seekühe, die dort gestrandet waren.

Die Meeres-Säugetiere sind in der Gegend alles andere als ungewöhnlich, gibt die dortige auch "Manatis" genannte Seekuhart dem Manatee County, an dessen Küste die Tiere angeschwemmt wurden, doch ihren Namen. Doch das zwei der schweren, im Wasser aber sehr wendigen Tiere stranden, war bereits das Werk von "Irma". "Eine bewegte sich nicht, die andere atmete und hatte Wasser in den Augen", berichtet Sechler auf seiner Facebook-Seite. Alle Versuche, die tonnenschwere Seekühe zu bewegen, scheiterten, Hilfsorganisationen waren wegen der Ausnahemsituation nicht zu erreichen. "Wir gaben ihnen so viel Wasser wie wir konnten", so Sechler, "und hofften, dass Regen und Sturm früh genug kommen würden, um sie zu retten."

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Hurrikan "Irma" drückte Meerwasser von Küste weg

Allerdings war "Irma" auch der Grund dafür, dass die Tiere gestrandet sind. Die außergewöhnlich starken Winde in dem riesigen Sturmgebiet führten dazu, dass das Meerwasser von der Küste weggedrängt wurde - ein selten beobachtetes Phänomen, das selbst Meteorologen in der Regel nur aus der Theorie kennen. Eine Folge der trocken gefallenen Küste: Schwere Meeresbewohner wie Seekühe konnten sich nicht mehr bewegen und strandeten.

Einem weiteren Küstenbewohner, Marcelo Clavijo, ist es später offenbar gelungen, unter Mithilfe "einer Handvoll Leute", die Tiere auf Planen zu bugsieren und knapp 100 Meter meerwärts zu ziehen, berichtet die Lokalzeitung "Bradenton Herald" auf ihrer Internetseite. Es sei eine ganz besondere Erfahrung gewesen, berichtet Clavijo auf seiner Facebook-Seite. Gleich im Anschluss hätten sie sich wieder der Tatsache stellen müssen, dass ein Hurrikan heranzieht.


Seekühe letztlich wohl gerettet

Wie es aussieht, konnten Clavijo und seine Mitstreiter die gestrandeten Tiere retten. Grundsätzlich, so die Meeresbiologin Nadio Gordon in "Bradenton Herald", sollte man gestrandete Seekühe aber in Ruhe lassen - nicht zuletzt, weil es sich um geschützte Tiere handelt. Und: Die Biologen fürchten, dass Seekühe, die bewegten wurden, mit der Flut in Gebiete gespült werden, wo sie nicht hingehören. Normalerweise könne man einen solchen Vorfall der Natur überlassen. Ansonsten sollte man an den "Wildtier-Alarm" der Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC). In der Notstand-Situation durch "Irma" war die allerdings ebenso wenig zu erreichen wie andere Hilfsorganisationen.

dho / dho