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Unglück in Indien: Zweijähriger steckt fünf Tage in Bohrloch fest und kann nur noch tot geborgen werden

Vor fünf Tagen stürzte der zweijährige Sujith in Indien in einen Brunnenschacht. Eine groß angelegte Rettungsaktion begann. Für den Jungen kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Ein zweijähriger Junge war am vergangenen Freitag in einen Brunnenschacht gefallen. Im indischen Bundesstaat Tamil Nadu wurde eine große Rettungsaktion gestartet. Knapp fünf Tage nach dem Unglück konnten die Einsatzkräfte den Jungen nur noch tot aus dem Schacht bergen, wie indische Medien berichten.

Ein Beamter sagte der Zeitung "India Today", dass die Leiche des Kindes in einem "stark zerfallenen" Zustand sei. "Es gibt Bemühungen, die sterblichen Überreste des Kindes zu bergen." 

Der kleine Sujith spielte mit seinen Freunden in der Nähe seines Hauses, als er in ein nur wenige Zentimeter breites Bohrloch stürzte. Retter versuchten, ihn zu befreien. Ursprünglich steckte er etwa zehn Meter tief in dem Schacht fest, rutschte dann aber immer weiter in dem 180 Meter tiefen Brunnenschacht ab. Mehrere Versuche, den Jungen mit einem Seil aus dem Schacht zu holen, schlugen fehl. Auch das Bohren eines zweiten Lochs, um darüber an ihn heranzukommen, scheiterte. Wegen des felsigen Bodens und Regenfällen wurde die Rettungsaktion immer wieder behindert. Der Junge wurde kontinuierlich überwacht und mit Sauerstoff versorgt. 

Fall des kleinen Sujith sorgt für große Anteilnahme in Indien

Die konsultierten Geologen wiesen darauf hin, dass der Boden aus hartem Quarz-Gestein bestünde. Eine zentrale Herausforderung war die Aufrechterhaltung der Bohrgeschwindigkeit, da der verlassene Brunnen aufgrund der Vibrationen vollständig hätte einstürzen könnte.

Die Mutter des Kindes saß Tag und Nacht am Rande des Schachtes und betete für ihren Sohn. In vielen indischen Tempeln, Kirchen und Moscheen versammelten sich Menschen, um für die Rettung des Jungen zu beten. Auch in den sozialen Netzwerken brachten viele Inder ihre Anteilnahme zum Ausdruck. Premierminister Narendra Modi schrieb bei Twitter, dass er für Sujth beten und alle Anstrengungen unternommen würden, um ihn zu retten.

Der tragische Fall des Jungen erinnert an den zweijährigen Julen aus Spanien, der im Januar dieses Jahres durch einen Sturz in ein Bohrloch gestorben war. Julen war in dem Ort Totalán in ein über 100 Meter tiefes, illegal gegrabenes Bohrloch gefallen. Seine Leiche wurde zwei Wochen später in 70 Metern Tiefe gefunden, nachdem Helfer in mühsamer Arbeit einen Parallelschacht gebohrt hatten. Laut dem kurz darauf veröffentlichten Autopsiebericht starb der Junge noch am Tag des Unfalls an schweren Kopfverletzungen.

Quellen: "India Today"; "New Delhi Television"; Twitter.

vit