Indonesien Tausende fliehen vor Lava auf Java


Heiße Gase, schwarze Asche und Lava deuten auf einen Ausbruch des Vulkans Merapi. Nachdem indonesische Behörden die höchste Alarmstufe ausgerufen haben, sind jetzt tausende Dorfbewohner der Insel Java auf der Flucht.

Auf der indonesischen Insel Java sind am Samstag tausende von Dorfbewohnern vor dem offenbar unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des Vulkans Merapi geflohen. Heiße Gase, schwarze Asche und Lava zeigten eine verstärkte Aktivität des rund 3.000 Meter hohen Vulkans an. Nach Angaben eines Beobachtungszentrums in der Nähe erreichte der Lavastrom aus dem Krater inzwischen eine Länge von 1600 Metern. Die Behörden riefen die höchste Alarmstufe aus. Damit ist die Zwangsevakuierung aller Siedlungen in der Nachbarschaft des Vulkans verbunden. Den Angaben zufolge begannen inzwischen erste Evakuierungsmaßnahmen. "Wir schätzen, dass rund 14 000 Menschen betroffen sind", sagte ein Behördersprecher.

Nicht alle Dorfbewohner wollen weg

Die Behörden empfahlen der Bevölkerung schon in den vergangenen Tagen, sich in Sicherheit zu bringen. Etwa 7.000 Dorfbewohner weigerten sich aber, Felder und Vieh in Stich zu lassen. Der Merapi ist einer von 129 aktiven Vulkanen in Indonesien. Anwohner berichteten, der Vulkan stoße zunehmend Lava und Rauch aus. Wann es zu einem Ausbruch kommt, ist Seismologen zufolge nicht genau vorherzusagen. Indonesien hat weltweit die größte Dichte an Vulkanen, der Merapi ist einer von 65 Feuerbergen, die als gefährlich gelten. Zuletzt kamen 1994 bei einem großen Ausbruch des Merapi 66 Menschen ums Leben. 1930 starben bei einem der schwersten Ausbrüche des Vulkans 1300 Menschen.

"Wir haben die Alarmstufe für den Merapi am Morgen auf die höchste Stufe Rot angehoben. Alle Anwohner wurden angewiesen, sich in Sicherheit zu bringen", sagte Subandrio, der Chef des staatlichen Vulkanforschungszentrums für den Merapi. Der Vulkan liegt in der Nähe der historischen Stadt Yogyakarta im Zentrum der Insel Java. Rund 5000 Menschen aus der Umgebung des Vulkans wurden bereits in Sicherheit gebracht. Die Behörden schätzen jedoch, dass etwa 14.000 Menschen an den Hängen und im Umland des Berges leben. "Ich konnte die Lava klar von meinem Haus aus sehen. Dann haben sie uns zum Verlassen des Dorfes aufgefordert", sagte ein 25-jähriger Bewohner des rund acht Kilometer vom Vulkan entfernt liegenden Dorfes Boyong.

Ausbruch in den kommenden 24 Stunde erwartet

Der Merapi rumort bereits seit mehreren Wochen. Seit Anfang des Monats fließt Lava aus dem Krater, während der Berg weißen Rauch in hunderte Meter Höhe ausstößt. Trotz der seismischen Aktivität und des Austritts von Lava eineinhalb Kilometer vom Krater entfernt, sei der Zeitpunkt des Ausbruchs schwer zu bestimmen, sagte Sibandrio. Die oberste Alarmstufe Rot bedeutet, dass die Experten einen Ausbruch binnen 24 Stunden für möglich halten.

AP/Reuters AP Reuters

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