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Inferno von Kalifornien: 500.000 Dollar Kopfgeld ausgesetzt

Die Feuerwehr bekommt die Feuersbrunst in Kalifornien nicht unter Kontrolle. Gouverneur Schwarzenegger hat unterdessen eine Großfahndung nach den Schuldigen ausgerufen - wahrscheinlich war es Brandstiftung.

Großeinsatz der Feuerwehr in Südkalifornien: Mit 15 Löschflugzeugen und 22 Hubschraubern kämpften am Samstag 2000 Feuerwehrleute gegen die tödliche Feuersbrunst im hügeligen Hinterland von Palm Springs an. Heftige Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern fachten die Brandherde in dem unzugänglichen Gelände auch über Nacht weiter an. Nach Angaben der Forstbehörde fielen den Flammen schon 16.000 Hektar Land zum Opfer. Am Samstag waren die Brände erst zu 25 Prozent eingedämmt.

Mit einem Abflauen der gefürchteten Santa-Ana-Winde, trockene Winde aus den östlichen Wüstengebieten, wurde erst am Sonntag gerechnet. Das heiße, trockene Wetter soll weiter anhalten.

Schwarzenegger kündigt harte Strafen an

Die Polizei führt das Feuer auf Brandstiftung zurück, allerdings gab es noch keine Festnahmen. Gouverneur Arnold Schwarzenegger kündigte eine umfangreiche Fahndung und eine harte Bestrafung der Täter an. Der Staat und andere Stellen haben insgesamt eine halbe Million Dollar (etwa 393.000 Euro) für Hinweise zur Festnahme der Brandstifter ausgesetzt.

Nach erster Bilanz wurden zehn Häuser zerstört. Durch das Anlegen von Feuerschneisen konnte bislang aber ein Übergreifen auf weitere Gebäude verhindert werden. Hunderte Anwohner waren dem Aufruf der Polizei gefolgt, die dünn besiedelte, nur über Bergstraßen zugängliche Region zu verlassen.

Feuerwehrmann weiter in Lebensgefahr

Vier Feuerwehrleute waren am Donnerstag ums Leben gekommen, als sie von den rasch um sich greifenden Flammen eingezingelt wurden. Ein 23 Jahre alter Kollege schwebte am Samstag weiter in Lebensgefahr. Über 90 Prozent seines Körpers seien verbrannt und die Überlebenschancen "sehr gering", sagte der behandelnde Arzt.

Vor genau drei Jahren wurde der Westküstenstaat von den schwersten Waldbränden in seiner Geschichte heimgesucht. Damals kamen 24 Menschen ums Leben, mehr als 3000 Häuser brannten ab. 14.000 Feuerwehrleute waren wochenlang im Einsatz. Einer von ihnen starb bei der Brandbekämpfung.

DPA / DPA