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Irak "Noch immer sind Familie und Freunde dagegen": Erstes weibliches Kommando räumt Minen in Basra

Sehen Sie im Video: Erstes weibliches Team räumt Minen in Basra.




"Als ich die Minen das erste Mal gesehen habe, man mir erklärte, wie man sie erkennt und meidet, war das wie das Erlernen einer neuen Sprache. Ich mochte den Gedanken, mehr darüber zu erfahren. Denn nicht nur bei meiner Arbeit, auch im Alltag sind sie da. Ich sollte wissen, wie ich damit umgehe." Huda Khalid lebt in der irakischen Provinz Basra und hat sich zur Minensucherin ausbilden lassen. Tausende Quadratkilometer in Basra sind noch immer mit Minen gespickt, tödliche Überbleibsel aus dem Krieg gegen den Iran und aus dem Golfkrieg. Immer wieder kommen Menschen ums Leben. Insgesamt 14 Frauen haben einen 40-tägigen Kurs hinter sich, organisiert von einem örtlichen Unternehmen. Geschäftsführer Walid Al Fares blickt zurück: "Das erste Hindernis war die Angst vor den Minen selbst. Aber dann haben wir erklärt, wie man vorgeht, die Technik und das hat die Frauen motiviert. Manche wollen einfach einen Job, andere wollen vor allem den Menschen helfen und manche sahen die Ausbildung als Herausforderung, denn Frauen sind in diesem Arbeitsfeld neu - in Basra und im Süden des Landes insgesamt. Nun bilden die Frauen das erste komplett weibliche Räumungsteam in Basra. Nicht selbstverständlich, denn in weiten Teilen des Iraks herrscht ein traditionelles Frauenbild. Und nicht nur das sprach für Hind Ali zunächst gegen die Ausbildung. "Mich hatte ja niemand dazu ermutigt, denn unsere Familien sorgen sich. Sie hören nur das Wort 'Minenräumung' und das macht ihnen Angst. Vor allem den Eltern. Noch immer sind meine Familie und meine nahen Freunde dagegen." Und doch ist Hind Ali nun dabei, in dicker Schutzmontur, mit Helm und Gesichtsschutz führt sie den Metalldetektor über den sandigen Boden - sie will etwas tun für sich, für ihre Lieben und alle Menschen hier in Basra.
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Im Irak haben sich 14 Frauen zu Minenräumerinnen ausbilden lassen. Nicht selbstverständlich, denn in weiten Teilen des Landes herrscht ein traditionelles Frauenbild.

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