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Italien Weil auch ihre Kinder kriminell wurden: Haushälterin verpfeift Mafiabosse an die Polizei

Die Mafiabosse waren in der Küstenstadt Ostia bekannt (Symbolbild)
Die Mafiabosse waren in der Küstenstadt Ostia bekannt (Symbolbild)
© Imago Images
Zwei italienische Mafiabosse entkommen jahrelang sowohl der Polizei als auch verfeindeten Drogenbanden – bis die eigene Haushälterin sie verpfeift. Die jungen Männer hatten deren Kinder in die Kriminalität gezwungen.

Zwei Brüder leiten im italienischen Ostia einen Drogen- und Erpresserring. Viele Jahre können sie sowohl der Polizei als auch ihren vielen Rivalen entkommen, die das Drogengeschäft ebenfalls an sich reißen wollen, sind bei Behörden und Medien gleichermaßen bekannt. Doch dann hält es die eigene Haushälterin nicht mehr aus: Sie verpfeift ihre Vorgesetzten an die Polizei. Die 50-Jährige und ihre vier Kinder sind mittlerweile an einem geheimen Ort und stehen unter Polizeischutz.

Familie schon lange bekannt

In der Küstenstadt Ostia sind die beiden Brüder schon lange als Mafiabosse gefürchtet. "The Times" berichtet, dass die beiden im Jahr 2011 zwei Rivalen erschossen und seitdem die führenden Drogengeschäfte in der Region leiten. Sie würden Beamte schmieren und die Straßen rund um die Strände, an denen Touristen aus dem nahe gelegen Rom sich in der Sonne baden, zu bekannten Adressen für den Drogenverkauf machen.

Auch ihr Vater ist den Behörden längst bekannt und wurde vor im Jahr 2020 zu einem Jahr Haft verurteilt, weil er eine Journalistin bedroht hatte, die schon seit Jahren über die Mafiabande berichtet. Die Bewohner Ostias haben Medienberichten zufolge große Angst vor der Familie und so schwärzte die beiden Brüder niemand an – bis zuletzt.

Zwei Kinder in die Kriminalität gezwungen

Laut "The Times" verdienen die beiden Brüder ihr Geld auch damit, besetzte Sozialwohnungen für teures Geld weiterzuvermieten. In einer dieser Wohnungen lebten auch die aus Rumänien stammende Haushälterin und ihre vier Kinder. Laut Polizeiberichten soll die Frau angegeben haben, dass die Brüder ihrem 23-jährigen Sohn Drogen gegeben und davon abhängig gemacht haben sollen. Als dieser später große Schulden bei den Mafiabossen hatte, sollen sie ihn verprügelt und mit einer ganzen Flasche Whisky abgefüllt haben. Videos davon sollen sie auf TikTok online gestellt haben. Und auch die 22-jährige Tochter sollen sie zur Prostitution genötigt haben.

Als der Sohn eines Abends mir blutverschmiertem Gesicht nach Hause kommt, hatte die Haushälterin dann genug: Sie ruft die Polizei an und lässt den Hörer neben dem Apparat liegen, aus Angst etwas zu sagen. Die Beamten bekommen aber das Gespräch zwischen den beiden mit und können den Anruf zurückverfolgen. Nachdem die Polizei eintrifft, ist die 50-Jährige bereit zu sprechen und packt gegen die beiden Brüder aus.

Italien: Polizei gelingt schwerer Schlag gegen die Mafia

"Es scheint unglaublich, dass so viel Gewalt, Dreistigkeit und kriminelle Arroganz, geschützt durch die Omerta (Schweigepflicht bei der Mafia), von einer einzigen zerbrechlichen Frau weggefegt werden konnte, die das Gesetz wählte, um ihre Familie zu schützen", sagt ein Polizist gegenüber der "Times". Virgina Raggi, Bürgermeisterin von Rom hat der Frau derweil den Spitznamen "Mama Courage" gegeben.

Quelle: "The Times" 

yak

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