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Jahresrückblick

Der Blick für die Mitmenschen: Die Selbstlosigkeit in Person: Fünf Menschen, die 2019 nicht zuerst an sich gedacht haben

Es gibt nicht nur Egoismus und Selbstverliebtheit: Auch 2019 haben uns Menschen beeindruckt, die nicht zuerst an ihr eigenes Wohl, sondern an das ihrer Mitmenschen gedacht haben.

Arzt David Nott über seine Arbeit in Kriegsgebieten

David Nott, 63, praktiziert an verschiedenen Londoner Krankenhäusern. Er reist jedes Jahr mehrere Wochen lang in Krisenregionen, operiert dort und unterrichtet einheimische Mediziner.

Am Ende ist sich jeder selbst der Nächste – so ist der Mensch wohl einfach gestrickt. Doch in einer Welt, die oft von Egoismus und Selbstverliebtheit geprägt ist, gibt es auch immer wieder Hoffnungsschimmer. Uns haben in diesem Jahr einige Menschen beeindruckt, die dann, wenn es drauf ankam, nicht zuerst an ihren eigenen Vorteil und ihre eigene Bequemlichkeit gedacht haben. Vielmehr haben sie sich um Mitmenschen, die in Not waren und dringend Hilfe gebraucht haben, gekümmert. Manche hat es Geld gekostet, manche Zeit, manche nur ein Lächeln oder ein paar nette Worte. Hier sind fünf Beispiele, die Mut machen und inspirieren.

1. David Nott – der gute Doktor

David Nott ist Chirurg und arbeitet seit 25 Jahren in Kriegsgebieten auf der ganzen Welt. Der 63 Jahre alte Mediziner reist jedes Jahr mehrere Wochen lang in Krisenregionen, operiert dort und unterrichtet einheimische Mediziner. Das ist nicht nur strapaziös, sondern oft auch gefährlich, wenn Bomben fallen und Kämpfe toben. So aber hat Nott schon vielen Menschen, die Frieden kaum noch kennen, das Leben gerettet – zum Beispiel in Syrien. "Einmal hatten wir eine Familie mit fünf Kindern im Krankenhaus, von denen vier schwer verletzt waren. Die Gefühle in diesen Momenten sind schwer zu beschreiben. Oder wenn Kinder eingeliefert werden, die noch reden können, von denen man aber weiß, dass sie innerhalb der nächsten Stunde sterben werden. Das ist kaum auszuhalten", sagt er über seine Arbeit. 

Hier können Sie ein stern-Interview mit David Nott lesen.

2. Carrie Jernigan – die Schuhfee

Vielen Schulkindern in der Stadt Alma im US-Bundesstaat Arkansas wird Carrie Jernigan wie eine gute Fee erscheinen. Sie hat es möglich gemacht, dass Kinder aus armen Familien ordentliches Schuhwerk tragen können. Das geschah eher zufällig: Eigentlich wollte Jernigan nur nach Schuhen für ihre eigenen Kinder schauen. Dann aber kam eines zum anderen: Sie erfuhr von ihrer Tochter, dass einige Kinder aus ihrer Klasse sich keine Schuhe leisten könnten. Und der Laden, in dem sie gerade waren, hatte Räumungsverkauf. Carrie Jernigan kaufte spontan den ganzen Laden auf – insgesamt 1500 Paar Schuhe.

Hier können Sie die ganze Geschichte nachlesen.

3. Anne Duncan heiratete zweimal den gleichen Mann

Das nennt man wohl eine große Liebe: Anne Duncan hat ihren Ehemann gleich zweimal geheiratet. Der Grund war die Alzheimererkrankung ihres Mannes Bill. Nach 18 gemeinsamen Jahren hatte sie Bill die Erinnerung an seine Frau geraubt, er erkannte Anne nicht wieder und hielt sie schließlich für seine neue Freundin, der er einen Heiratsantrag machte. Anne, die ihren Mann aufopferungsvoll pflegt, nahm an. Im Sommer gab es eine schöne Hochzeitszeremonie. Jetzt genießen Anne und Bill jeden gemeinsamen Tag, der ihnen bleibt, noch mehr.

Hier geht es zum Artikel.

4. Felipe Rossi schenkt Armen neue Zähne

Die Zähne machen einen wichtigen Teil des ersten Eindrucks aus, den man von einem Menschen bekommt. Schlechte oder sogar fehlende Zähne drücken deshalb oft das Selbstbewusstsein und können dazu führen, dass Menschen sich verschämt aus dem sozialen Leben zurückziehen. Der brasilianische Zahnarzt Felipe Rossi hat die Organisation "Für ein Lächeln" gegründet, die den Armen in dem Land wieder zu einem strahlenden Lächeln verhilft. Geld nimmt er dafür nicht. Das makellose Lächeln der Menschen, denen er hilft, ist ihm wohl Belohnung genug.

Dieser Zahnarzt macht armen Menschen kostenlos neue Zähne

5. Kerry Bremer nahm einen Waisen mit Down-Syndrom auf

Kerry Bremer ist Sonderschullehrerin mit Leib und Seele – und für einen ihrer Schüler auch mehr als das. Die Pädagogin hat einen Jungen mit Down-Syndrom in ihre Familie aufgenommen, nachdem dessen Mutter an Krebs gestorben war. "Er ist einfach so liebenswert", sagt die 52-Jährige. "Er liebt jeden, und er ist so klug und lustig." Der Mutter des 14-jährigen Jungen habe sie versprochen, sich nach ihrem Tod um ihren Sohn zu kümmern. Dieses Versprechen hat sie gehalten.

Hier lesen Sie die ganze Geschichte.

epp
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