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Jet-Pilot twittert eigene Bruchlandung: "Wir sind zurück von den Toten"

Nach der Reparatur in Europa sollte die Fokker 100 zurück nach Nigeria fliegen. Doch unterwegs machte der Passagierjet erneut Probleme. Die Piloten setzten zur Notlandung im Niger an - und twitterten.

Von Till Bartels

Die Airline kennt bei uns kaum einer: IRS Airlines ist am Nnamdi Azikiwe International Airport in Abuja, der Hauptstadt von Nigeria in Westafrika, beheimatet. Die im Jahre 2002 gegründete Fluglinie steht in Europa zwar nicht auf dem Index, der Schwarzen Liste der EU, genießt jedoch in ihrem Heimatland Nigeria nicht den besten Ruf.

Im vorigen Jahr hatten ihr die nigerianischen Behörden Flugverbot erteilt. Erst nach einer technischen Generalüberholung des einzigen verbliebenen Fliegers darf IRS Airlines wieder den Betrieb aufnehmen.

So wurde die Fokker 100 mit der Kennung 5N-SIK zum C-Check nach Bratislava in die Slowakei geschickt. Bei den zweiwöchigen Wartungsarbeiten werden nicht nur die beanstandeten Hydrauliksysteme und Strukturkomponenten überprüft, sondern auch der Innenausstattung teilweise erneuert.

Ferry Flight mit Problemen

Zwei Piloten sollten am Samstag die zweistrahlige Maschine, die mehr als 100 Passagieren Platz bietet, nach Kanu im Norden Nigerias fliegen. Mit von der Partie: Copilot Jamil Abubakar. Auf seinem Twitter-Account freute er sich nach einem Testflug auf den Überführungsflug: "7 Stunden nach Nigeria. Ich liebe dieses Flugzeug, riecht neu und sieht auch gut aus."

Zunächst verlief alles bei dem "Ferry Flight", wie solche Leerflüge ohne Passagiere in der Luftfahrtsprache genannt werden, nach Plan. Doch kurz vor der Grenze zwischen dem Niger und Nigeria muss es zu Problemen gekommen sein: Der Funkkontakt zu den Bodenstationen riss ab und die Cockpit-Crew musste gegen 20 Uhr eine Notlandung in einem wüstenähnlichen Terrain einlegen, wie das Jet Airliner Crash Data Evaluation Centre auf der Homepage vermeldet.

Die Piloten hatten Glück im Unglück: Ihnen gelang die Landung in unwegsamen Gelände. Ob mit oder ohne ausgefahrenem Fahrwerk ist aus den getwitterten Bildern nicht ersichtlich. Denn die Flugkapitäne konnten unverletzt aus der Fokker klettertern. Copilot Abubakar fotografierte gleich die Maschine, wie sie im ausgedockten Boden ohne Bugrad aufliegt. Einen Tag später meldete er sich auf Twitter: "Still alive boss".

Welche Umstände zur Notlandung so kurz vor dem Ziel führten, bleibt unklar. Weiter twitterte der Copilot: "Wir sind zurück von den Toten, oder Beinahe-Toten".

tib