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Keine Bruchstellen wie in Japan Erdbebengefahr in Deutschland seit Jahrzehnten moderat


Könnte sich ein Erdbeben wie in Japan auch in Deutschland ereignen? Die Experten geben Entwarnung - auch wenn immer wieder kleinere Aktivitäten im Rheingebiet und der Schwäbischen Alb stattfinden.

Die Gefahr von Erdbeben hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten nicht erhöht. "Man weiß heute nur mehr, weil seit Jahrzehnten kontinuierlich geforscht wird und dabei deutliche Fortschritte erzielt wurden", sagte Gottfried Grünthal vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Zudem habe das Gefahrenbewusstsein zugenommen - woran die Berichterstattung der Medien wesentlichen Anteil habe.

Die Gefahr in Deutschland sei moderat. "In unserem Raum gibt es nicht die großen Bruchflächen, die Megabeben wie das in Japan auslösen können." Zu den charakteristischen Bebengebieten in Deutschland gehören das Rheingebiet, die Schwäbische Alb, sowie Ostthüringen und Westsachsen. Immer wieder werden Aktivitäten in den Regionen um Köln, Aachen, Koblenz oder Karlsruhe bis Mainz registriert. Baden-Württemberg gilt als das bebenaktivste Bundesland.

Auf Grundlage seismologischer Kenntnisse wurde 1981 eine deutsche Erdbebenbaunorm für normale Hochbauten eingeführt. "Diese wurde immer wieder aktualisiert, zuletzt im Jahr 2005", sagte Grünthal. Auskunft über die regionale Gefährdung gibt das GFZ auch im Internet mit seiner Erdbebenzonenkarte. "Dort kann sich jeder informieren. Wir beobachten etwa 100 Zugriffe täglich." Nutzer seien vor allem Ingenieurbüros, Architekten, Reihenhaushersteller - aber auch Banken, die Baukredite vergeben.

Auch für den Bau von Wasserbauten wie Talsperren geben die Potsdamer Erdbebenexperten Empfehlungen. "Wir haben unsere Forschungsergebnisse bereitgestellt, damit diese Wasserbauten erdbebengerecht überprüft werden", so Grünthal. "Wir überprüfen allerdings nicht die Standsicherheit der Bauten." Dafür seien Bauaufsichtsbehörden oder Bundesämter zuständig.

Marion van der Kraats, DPA DPA

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