HOME

"Filmreife Hintergründe": Kieler täuschte im Oktober 2019 eigenes Ertrinken vor – nun klickten doch noch die Handschellen

In der Aussicht auf eine hohe Versicherungssumme täuschte ein 52-Jähriger aus Kiel im Oktober 2019 seinen Tod vor. Ermittler jedoch stießen auf Ungereimtheiten und kamen dem Mann auf die Spur, der sich bei seiner Festnahme auf einem Dachboden versteckte.

Versicherungsbetrug: Eigenes Ertrinken vorgetäuscht

Ein Rettungsring treibt im Meer (Symbolbild)

Picture Alliance

Rund sieben Monate schien sein Plan aufzugehen, womöglich fühlte er sich sogar schon sicher. Jetzt aber klickten doch die Handschellen: Polizisten aus Kiel und Niedersachsen haben am vergangenen Donnerstag einen 52-jährigen Mann festgenommen, der unter Verdacht steht, im Oktober 2019 seinen Tod vorgetäuscht zu haben, um Versicherungsbetrug zu begehen. Er sollte noch am gestrigen Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Laut einer gemeinsamen Presserklärung der Staatsanwaltschaft und Polizei Kiel trafen die Ermittler den Mann in einem Wohnhaus im niedersächsischen Schwamstedt an, wo er sich hinter Kisten auf einem Dachboden versteckt habe. "Die Hintergründe sind filmreif", hieß es weiter.

Gutachter stellte Manipulation an Motorboot fest

Demnach wurde der 52-jährige Kieler am 10. Oktober 2019 als vermisst gemeldet, nachdem er wenige Tage zuvor mit seinem Motorboot von Kiel in Richtung Dänemark aufgebrochen war. Tatsächlich wurde das gekenterte Boot später in der Nähe von Schönberg (Kreis Plön) in der Ostsee entdeckt, eine großangelegte Suche nach dem Mann verlief erfolglos. Es wurde zunächst von einem Ertrinkungstod ausgegangen.

Allerdings fielen den Ermittlern der Kriminalpolizei im weiteren Verlauf auch einige Ungereimtheiten auf. So war das Motorboot einem Gutachter zufolge manipuliert und absichtlich zum Kentern gebracht worden. Ebenso kam ans Tageslicht, dass der 52-Jährige 2018 mehrere Risiko-Lebens- und Unfallversicherungen abgeschlossen hatte, die im Falle seines Ablebens an seine Ehefrau und seine Mutter ausgezahlt werden sollten. Informationen der "Bild"-Zeitung nach soll sich die Versicherungssumme auf insgesamt 4,1 Millionen Euro belaufen.

Weitere Ermittlungen führte die Beamten letztlich zu dem Wohnhaus in Schwarmstedt, wo laut "Bild" die Eltern des 52-Jährigen leben. Dort nahm die Polizei den Tatverdächtigen dann am Donnerstag unter Einbindung von Spezialkräften in einem Versteck auf dem Dachboden fest. 

Spektakulärer Unfall: Motorboot verfehlt Angler nur knapp - und rauscht ans Ufer

Haftbefehle wegen versuchten Betrugs erwirkt

Während sich die Ehefrau des Mannes bereits seit dem 28. April in Untersuchungshaft befindet, sollte der 52-Jährige am Freitag einem Haftrichter vorgeführt werden. Auch gegen ihn läge bereits seit dem 27. April ein Haftbefehl vor, hieß es. Beiden wird gemeinschaftlicher versuchter Betrug vorgeworfen.

Quellen: Pressemitteilung Staatsanwaltschaft und Polizei Kiel / "Bild"-Zeitung (Bezahlinhalt)

mod