VG-Wort Pixel

Gefährliche Begegnung "Er packte meinen Kopf und biss hinein": Mann überlebt Bärenangriff in Alaska

Ein Braunbär in Alaska (Archivbild)
"Es war einfach falscher Ort, falsche Zeit": Ein Braunbär, hier ein Archivfoto, hat in Alaska einen Mann schwer verletzt.
© Gerard Lacz / Picture Alliance
Allen Minish war gerade in einem bewaldeten Gebiet im Süden Alaskas bei der Arbeit, als er aufblickte und einen großen Braunbären vor sich sah. Dann griff das Tier an.

Ein Mann in Alaska ist von einem Bären angegriffen worden und nur knapp mit dem Leben davongekommen. Allen Dewitt Minish habe am Dienstagvormittag in einem bewaldeten Gebiet in der Gemeinde Glenallen im Süden des US-Bundesstaates Land vermessen, und sei dabei unwissentlich auf einen ausgewachsenen Braunbären zugegangen, teilte das Alaska Department of Public Safety mit. Das Tier habe den 61-Jährigen daraufhin angegriffen und ihm loch- und rissförmige Wunden am Kopf zugefügt. Nach der kurzen Begegnung habe der Bär das Gebiet verlassen.

Minish sei allein gewesen und habe sich etwa eine halbe Meile von der Straße entfernt befunden, als der Bär über ihn hergefallen sei, heißt es in dem Bericht der Behörde für öffentliche Sicherheit. Nachdem ein Notruf eingegangen sei, hätten Polizisten und örtliche Feuerwehr- und Rettungskräfte den Mann entdeckt. Wegen seiner schweren Verletzungen sei er in ein Krankenhaus in Anchorage geflogen worden.

"Heilige Scheiße, das ist ein großer Bär"

In der Klinik schilderte Minish nun dem Sender KTUU-TV, Channel 2 den dramatischen Zwischenfall: "Plötzlich schaute ich auf, und nicht einmal zehn Meter entfernt war dieser schön große Braunbär. Er sah mich an und kam auf mich zu. Und ich dachte: 'Großartig'", erzählte der 61-Jährige.

Er habe vergeblich hinter mehreren Erlensträuchern Schutz gesucht und sei auf den Rücken gefallen. Als der Bär über ihm gewesen sei, habe er dessen Unterkiefer gepackt. "Denn wenn man den Unterkiefer eines Hundes packt, kann er einen nicht beißen", erklärte Minish. "Also stanzte er mir mit seinem Backenzahn ein Loch in meine Hand. Aber er konnte sein Maul nicht schließen und zerkratzte mir nur mit seinem Oberkiefer die Hand."

Dann jedoch habe das Tier seinen Unterkiefer durch eine schnelle Drehung des Kopfes aus seinem Griff befreit, berichtete Minish weiter. "Und als er das tat, machte er einen Satz, packte meinen Kopf, biss hinein, entspannte sich und biss zum zweiten Mal hinein, diesmal stärker. Und da brach er all die Knochen und einen Teil meines Kopfes."

Der Moment, als der Braunbär seinen Schädel ins Maul genommen habe, sei ihm "immer noch sehr lebendig im Gedächtnis", erklärte Minish. "Ich dachte: 'Heilige Scheiße, das ist ein großer Bär'."

Als das Tier ihn wieder losgelassen habe, habe er sich auf den Bauch gerollt und versucht, sein Gesicht und seinen Kopf mit seinen Händen und Armen zu schützen. Schließlich sei der Bär davongeschlichen.

"Ich wusste, dass ich wirklich schwer verletzt war", berichtete Minish. "Ich hatte überall Blut. Ich griff in meine Tasche, um 911 zu wählen – ich musste ständig Blut vom Telefon und aus meinen Augen wischen – und schließlich erreichte ich die Notrufzentrale." Mit seiner Kleidung – einer Weste und einem T-Shirt – habe er versucht, die Blutung so gut wie möglich zu stillen.

Minish macht Ärzte fassungslos

Etwa eine Stunde später fanden die Einsatzkräfte Minish in dichtem Gebüsch. Trotz seiner schweren Wunden sei er noch selbstständig bis zum Rettungswagen gelaufen, berichtete er. "Ein Typ ging vorne, dann ich, und der Kumpel des Feuerwehrchefs ging hinter mir, und ich lief die Viertelmeile bis zur Straße", sagte der 61-Jährige. "Und ich war in keiner guten Verfassung." Die Ärzte hätten ihm später erzählt, sie seien fassungslos gewesen, dass er bei der Menge an Blut, die er verloren hatte, bei Bewusstsein bei ihnen angekommen sei.

Bär verfolgt Jogger im Wald – der filmt alles

Minish geht es derweil nach Angaben von KTUU-TV wieder besser. Er plane sogar, am kommenden Montag wieder zur Arbeit zu gehen, weniger als eine Woche nach dem beinahe tödlichen Angriff. "Ein männlicher Bär, hat nichts falsch gemacht, ging nur spazieren", sagte er dem Sender. "Es war einfach falscher Ort, falsche Zeit für mich und den Bären. Und alles passierte so schnell."

Jemand habe gemeint, er sei verletzt besser dran als tot, sagte Minish der "Anchorage Daily News" zufolge, und er schätze sich glücklich. Aber "um ehrlich zu sein, wäre es so oder so egal gewesen. Wenn er mich getötet hätte, hätte er mich getötet".

"Ich hatte ein gutes Leben, ich mache weiter", erklärte der 61-Jährige. "Es hat mich nicht umgebracht, also lass uns jetzt in die andere Richtung weitermachen und versuchen, am Leben zu bleiben".

Quellen: Alaska Department of Public SafetyKTUU-TV, Channel 2"Anchorage Daily News"

mad

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker