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Mittelrhein: Erdbeben erschüttert Koblenzer

25 bis 50 Mal bebt die Erde in Rheinland-Pfalz pro Jahr - außer Geologen bekommt davon aber selten jemand etwas mit. Nun aber hat ein Beben mit der Stärke 4,0 die Region erschüttert. Es war das Stärkste seit 15 Jahren.

Geschirr klirrte in den Schränken, unverschlossene Türen klapperten und so manch einer wurde aus dem Schlaf gerüttelt: In der Region Koblenz hat am Freitagmorgen die Erde gebebt und hunderte Menschen in Aufregung versetzt. Nach Angaben des Landesamtes für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz in Mainz lag das Zentrum des Bebens um kurz vor 5 Uhr nahe Plaidt bei Koblenz. Es erreichte eine Stärke von 4,0. Eine halbe Stunde später gab es ein Nachbeben mit der Stärke 2,0. Der Polizei waren zunächst keine Schäden bekannt. Viele Bewohner hätten aber besorgt bei den Behörden angerufen.

Nach Angaben des Landesamtes war das Beben in einem Umkreis von 50 bis 70 Kilometern zu spüren. Auch einige Menschen in Hessen und Nordrhein-Westfalen nahmen die Erschütterungen wahr. In Rheinland-Pfalz gebe es jährlich rund 25 bis 50 natürlich verursachte Erdbeben, sagte der Direktor des Landesamtes, Harald Ehses. Sie hätten in der Regel eine Stärke von 1,5 bis 3,0 und seien zumeist nicht zu spüren. Die Stärke 4,0 komme im Durchschnitt etwa alle zehn Jahre vor. Solche Erschütterungen richteten in der Regel keine großen Schäden an. "Manche haben vielleicht ihre aus den Regalen gefallenen Bücher aufheben müssen", sagte der Direktor.

In der Region seien aber auch Beben mit der Stärke 6 denkbar. Dann sei mit größeren Schäden an Brücken, Häusern und Leitungen zu rechnen. Dies sagte der Leiter der Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln, Klaus-Günter Hinzen. Am 13. April 1992 war das "Roermond-Beben" mit einer Stärke von bis zu 6,0 als stärkste Erschütterung seit 1756 gemessen worden. Das Zentrum lag in der niederländischen Grenzstadt Roermond. Damals wurden mehr als 40 Menschen verletzt.

Wie Hinzen erklärte, gehört das Mittelrheingebiet zu einer bekannten geologischen Schwächezone in Europa, weil sich am Rhein Risse durch die Erdkruste ziehen. Durch die Kollision der afrikanischen mit der europäischen Kontinentalplatte bauten sich Druck und Spannungen auf, die bis zum Rheingraben Einfluss haben. Lösen sich die Spannungen, können Erdbeben entstehen.

DPA / DPA