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Nahe Manchester: Moor in Flammen: Britische Armee kämpft gegen Großbrand

Die Flammen breiten sich immer weiter aus: Feuerwehr und Armee kämpfen gegen den Brand in einem Moor im Nordwesten Englands. 150 Anwohner mussten bereits evakuiert werden. Noch wochenlang könnten Rauchwolken östlich von Manchester aufsteigen.

Moorfeuer in England

Die Rauchschwaden des Moorfeuers in England waren sogar auf Satellitenbildern der Nasa zu sehen 

Getty Images

Eine dicke Rauchsäule streckt sich im Nordwesten Englands in den Himmel. In dem Saddleworth-Moor östlich von Manchester brennt es seit Sonntag. Anwohner des Gebiets tragen Atemmasken und sollen ihre Fenster und Türen verschlossen halten. In der Nacht zu Mittwoch mussten dutzende Häuser evakuiert werden. Nun kämpfen neben Feuerwehrleuten auch Soldaten der britischen Armee gegen die Feuer.

Etwa hundert Soldaten sowie ein Transporthubschrauber vom Typ Chinook werden bei den Löscharbeiten helfen, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag in London mit. Der Hubschrauber könne schwere Ausrüstung wie etwa große Wasserpumpen in ansonsten schwer zugängliches Gebiet im Saddleworth-Moor bringen.

Löscharbeiten könnten wochenlang andauern

Tony Hunter von der Feuerwehr von Manchester sprach auf einer Pressekonferenz von einer schwierigen Lage, das Feuer breite sich weiter langsam aus. Es sei außerdem zu befürchten, dass der Wind und steigende Temperaturen das Feuer weiter anheizen. "Für die nächsten Tage ist kein Regen vorhergesagt, also könnte sich das Tage oder sogar Wochen hinziehen", warnte Hunter.

Das Moorfeuer erstreckt sich rund eine Autostunde von der Großstadt Manchester entfernt auf 18 Quadratkilometern, es gibt sechs verschiedene Brandherde. Zwischenzeitlich hatten hundert Feuerwehrleute gegen den Brand gekämpft, am Mittwochabend wurde ihre Zahl auf etwa 50 verringert. Über Nacht wurden die Löscharbeiten ausgesetzt, weil das Risiko für die Einsatzkräfte zu groß gewesen wäre.

Schlimmstes Feuer seit Jahrzehnten

Das Gebiet in den Penninen, einem Mittelgebirge, ist nur dünn besiedelt. Die BBC berichtete von 150 Betroffenen, die ihre Häuser durften verlassen mussten. Mittlerweile durften die Bewohner zurückkehren. Nach Angaben der Feuerwehr handelt es sich um das schlimmste Feuer in dem Gebiet seit Jahrzehnten.

Die Rauchwolken des Brandes breiteten sich bis in den Großraum Manchester, eine der am stärksten besiedelten Gegenden in Großbritannien, aus. Auch auf Satellitenbildern der Nasa waren die Rauchschwaden zu erkennen. 

Ausgebrochen war das Feuer der BBC zufolge bereits in der Nacht auf Montag, nahm aber erst im Laufe des Dienstags richtig an Fahrt auf. Was den Brand ausgelöst hatte, war zunächst unbekannt. Ausbreiten konnte es sich vor allem, weil in Großbritannien seit Tagen ungewöhnlich hohe Temperaturen herrschen. Am Dienstag wurde mit 30,6 Grad in Wales die bislang höchste Temperatur des Jahres gemessen.

fri / AFP / DPA