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Nach dem Beben: Chile benötigt finanzielle Hilfe

Der Wiederaufbau nach dem Beben in Chile wird laut Präsidentin Michelle Bachelet bis zu vier Jahre dauern. Die Zahl der Tsunami-Toten überstieg mittlerweile die der Opfer des schweren Bebens vom Samstag.

Der Wiederaufbau der chilenischen Erdbebengebiete wird nach Einschätzung von Präsidentin Michelle Bachelet bis zu vier Jahre dauern. "Ich glaube, das wird die gesamte künftige Regierungsperiode dauern", also vier Jahre, sagte die scheidende Staatschefin am Donnerstag im Radiosender ADN. Die Zahl der Tsunami-Toten überstieg mittlerweile die der Opfer des schweren Bebens vom Samstag.

Die Sozialistin Bachelet, die nächste Woche ausscheidet und vom rechtsgerichteten Wahlsieger Sebastián Piñera abgelöst wird, kündigte außerdem an, ihr Land werde bei der Weltbank und anderen internationalen Finanzeinrichtungen Darlehen beantragen. "Chile hat für viele Vorhaben eigene Mittel, aber wir werden bei der Weltbank und anderen Einrichtungen Kredite beantragen müssen", sagte die Staatschefin. Sie fügte hinzu, dass es bislang keine endgültige Schadensbilanz gebe. Vorläufigen amtlichen Angaben zufolge kamen durch die Naturkatastrophe rund 800 Menschen ums Leben.

Die meisten Opfer sind dabei jüngsten Erkenntnissen zufolge durch die Flutwellen umgekommen, die von dem Beben ausgelöst wurden. "In der Provinz Maule hat vor allem der Tsunami auf einer Breite von 200 Kilometern schwersten Schaden angerichtet, teilweise drangen die Wassermassen bis zu zwei Kilometer ins Inland vor", sagte der Chef der Rettungsdienste der Provinz, General Bosco Pesse. Die Zahl der Todesopfer allein in Maule drohe auf 1000 zu steigen.

Angesichts der Schwere des Tsunami entbrannte die Debatte über die verspätete und ungenaue Warnung der Bevölkerung wieder neu. Die Marine hatte eingeräumt, "eine wenig klare Information" an Präsidentin Bachelet weitergegeben zu haben. Die Staatschefin wollte in einem Radio-Interview jedoch niemanden beschuldigen. Mit tränenerstickter Stimme sagte sie: "Nach der Schlacht sind alle Generäle." Tatsächlich war kurz nach dem Beben eine Tsunami-Warnung ergangen, die dann abgeschwächt, aufgehoben und schließlich wieder aktiviert wurde. Währenddessen fegten bereits drei riesige Flutwellen über die chilenische Küste.

AFP / AFP