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Beben in der Türkei und Syrien Zahl der Todesopfer steigt auf mehr als 10.000 – Hunderte weiterhin unter Trümmern begraben

Mann trägt Leiche
Ein Mann in Syrien trägt die Leiche eines Familienmitglieds
© Ghaith Alsayed / AP / DPA
Die Bergungs- und Rettungsarbeiten in den von Erdbeben erschütterten Ländern Türkei und Syrien dauern weiter an. In Berlin wehen die Flaggen aus Solidarität auf halbmast. Und die EU haben erste Hilferufe erreicht.

Die Zahl der Todesopfer nach den Erdbeben im syrisch-türkischen Grenzgebiet ist auf mehr als 10.000 gestiegen. Wie am Mittwoch aus Angaben von Behörden und Rettungskräften hervorging, wurden nach der Katastrophe vom Montag bereits mehr als 11.200 Todesopfer gezählt. Laut dem türkischen Präsidenteb Recep Tayyip Erdogan liegt die Zahl alleine für die Türkei nun bei mehr als 8500. Mehr als 49.000 seien verletzt, 6000 Gebäude zerstört. Aus Syrien wurden zuletzt 2662 Tote gemeldet.

Mit einer Stärke von 7,7 bis 7,8 hatte das Beben am frühen Montagmorgen das Gebiet an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien erschüttert. Am Montagmittag folgte dann ein weiteres Beben der Stärke 7,5 in derselben Region.

Helfern wird die Arbeit in Syrien erschwert

Retter in Syrien vermuten, dass noch immer Hunderte Familien unter den Trümmern begraben sind. Eines der am schwersten betroffenen Gebiete in dem Land ist die von Rebellen kontrollierte Region Idlib.

Die Assad-Regierung beherrscht inzwischen wieder rund zwei Drittel des zersplitterten Landes. Die Erdbeben-Katastrophe traf im Norden Gebiete unter verschiedener Kontrolle, was Helfern die Arbeit zusätzlich erschwert.

Erste Hilfsanfrage aus Syrien

In Berlin wehen die Flaggen tagsüber an allen öffentlichen Gebäuden aus Solidarität mit den Erdbebenopfern auf halbmast. Das hatte der Senat am Dienstag mit sofortiger Wirkung beschlossen. Die Trauerbeflaggung gilt bis zum Mittwochabend.

Die Europäische Union hat derweil eine offizielle Hilfsanfrage von der syrischen Regierung erhalten. "Wir haben heute Morgen eine Bitte von der syrischen Regierung an die Europäische Union für Unterstützung durch den Zivilschutz-Mechanismus erhalten", sagte der für den Krisenschutz zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic am Mittwoch in Brüssel.

Die EU-Kommission teile diese Anfrage mit den Mitgliedstaaten und ermutige sie, die erbetene Hilfe zu leisten, fügte Lenarcic hinzu. Syrien habe um Unterstützung für die Rettungsteams vor Ort sowie um medizinische Ausrüstung, Medikamente und Lebensmittel gebeten. Es gilt als ungewöhnlich, dass die syrische Regierung unter Machthaber Baschar al-Assad die EU um Hilfe fragt. Die EU hat wegen des Bürgerkriegs in Syrien Sanktionen gegen das Land verhängt.


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In die Türkei hatte die EU bereits Rettungsteams entsendet und dafür ihren Zivilschutz-Mechanismus aktiviert. Am frühen Montagmorgen hatte ein Erdbeben der Stärke 7,8 das türkisch-syrische Grenzgebiet getroffen. In den Stunden danach trafen die Region noch mehr als 50 Nachbeben.

cl DPA AFP

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