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Nach Feuer auf der "Deutschland": Passagiere fahren mit Fähre nach Hause

Endstation Eidfjord: Für die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs "MS Deutschland" endete der Urlaub früher und unplanmäßig an der norwegischen Küste. Wegen eines Feuers im Maschinenraum kann das Traumschiff seine Fahrt nicht fortsetzen. Die Passagiere mussten an Land übernachten - hatten aber trotzdem einen Grund zum Feiern.

Wegen eines Feuers im Maschinenraum musste das noble Kreuzfahrtschiff MS "Deutschland" am Wochenende evakuiert werden. Die 364 Passagiere - darunter 334 Deutsche - verbrachten die Nacht zum Montag in Hotels der westnorwegischen Kleinstadt Eidfjord. "Das Feuer griff um sich, daher war es erforderlich, fast alle vom Schiff zu holen und an Land zu bringe", so der Chef des südnorwegischen Zivilschutzes, Per Fjeld. Ihm lägen keine Hinweise vor, dass jemand verletzt worden sei.

Während die Evakuierung des Schiffes mit insgesamt 607 Menschen an Bord reibungslos und ohne Panik verlief, konnte der Brand im Maschinenraum erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle gebracht werden. Alle Brandschutztüren hätten gehalten und die Ausbreitung des Feuers verhindert, verlautete aus der Rettungszentrale. 14 Spezialisten zur Bekämpfung von Schiffsbränden aus Bergen und Stavanger waren noch am Abend mit den Löscharbeiten beschäftigt. Am Montag bugsierten Schlepper den 175 Meter langen Luxus-Liner durch den Hardangerfjord Richtung Bergen. Die "Deutschland" ist aus der ZDF-Serie "Das Traumschiff" bekannt.

Die Passagiere wurden am Montag mit Bussen nach Oslo gefahren. Nach Angaben aus dem "Hotel Eidfjord" sollte die Heimreise von dort aus auf einer Fähre nach Kiel fortgesetzt werden. Die zuständige Reederei Peter Deilmann aus dem schleswig-holsteinischen Neustadt hatte dagegen am Vorabend Heimreisen per Flugzeug angekündigt. Danach gab es von der Reederei keine weiteren Informationen. Auch ist die Brandursache weiterhin unklar.

Passagiere hielten alles für eine Übung

Die norwegische Zeitung "Bergens Tidende" berichtete in ihrer Internetausgabe "bt.no", dass Kriminaltechniker im Hafen von Bergen die Ursache des Feuers ermitteln sollen. Auf dem Schiff funktionierten nach dem Brand weder die Maschinen noch die Hauptstromversorgung. Augenzeugen berichteten aus Eidfjord, dass mobile Toiletten für die 241 Besatzungsmitglieder an Bord gebracht worden seien.

Die Stimmung unter den meist älteren Passagieren der "Deutschland" beschrieb eine Hotelangestellte in Eidfjord als "ruhig, aber auch sehr still". Nach der Notübernachtung feierte eine der deutschen Reisenden in dem Hotel ihren 90. Geburtstag. In "bt.no" berichtete der 72-jährige Dietrich Brindöpke aus Bielefeld: "Wir dachten bei den Alarmsirenen, dass es eine Übung ist. Bis ich einen Handyanruf aus Deutschland bekam, dass unser Schiff brennt. Das könnte man schon im Fernsehen sehen."

Das als schwimmendes Fünf-Sterne-Hotel geltende Schiff sollte nach den ursprünglichen Plänen am 25. Mai von Hamburg aus nach London und Schottland fahren. Ein Reedereisprecher sagte am Wochenende, diese Pläne könnten unter keinen Umständen eingehalten werden.

swd/DPA/AFP / DPA