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Nach Gondeldrama: Unglücks-Seilbahn ist wieder in Betrieb

An der Tegelbergbahn im Allgäu ist alles so, als wäre nichts gewesen. Drei Tage nach dem Gondeldrama ist die Seilbahn wieder in Betrieb. Gegen den Gleitschirmflieger, der sich in der Seilanlage verheddert und so 20 Menschen eine Nacht in schwindelerrgender Höhe beschert hat, wird weiter ermittelt.

Drei Tage nach dem Gondeldrama in Bayern hat die Seilbahn am Tegelberg am Montag den Betrieb wieder aufgenommen. "Die Bahn ist seit 9 Uhr wieder ganz normal in Betrieb", sagte eine Mitarbeiterin der Tegelbergbahn in Schwangau/Allgäu. Nach den nötigen Reparaturen hatte der Tüv die Bahn am Sonntag überprüft und freigegeben.

Ein Gleitschirmpilot, der im Tandemflug mit einem Reporter des Bayerischen Fernsehens unterwegs war, hatte sich am vergangenen Freitag mit seinem Fluggerät im Tragseil der Bergbahn verfangen und diese lahmgelegt. Zwei Gondeln mit Touristen saßen fest.

Aus einer dieser Gondeln konnten 30 Insassen aus 70 Meter Höhe abgeseilt werden. In einer weiteren Gondel waren dagegen 20 Menschen mehr als 18 Stunden in 100 Meter Höhe eingeschlossen, sie konnten erst am Samstagmorgen mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Alle blieben unverletzt.

Der 54-jährige Gleitschirmpilot und sein 35 Jahre alter Fluggast kamen mit leichten Verletzungen davon. Gegen den Piloten wird nach Polizeiangaben wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Mit einem Ergebnis der Ermittlungen zur Unfallursache sei erst in mehreren Wochen zu rechnen, hieß es im Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten. Der Gesamtschaden werde derzeit auf etwa 80.000 bis 85.000 Euro geschätzt.

dho/DPA / DPA
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