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Flut trieb ihn aus dem Haus: "Göttliche" Strafe für homophoben Politiker

Naturkatastrophen seien die Strafe Gottes für Homosexualität, hat der christlich-konservative US-Politiker Tony Perkins verkündet. Dann trieb ihn die Flut aus dem eigenen Haus.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Tony Perkins

Naturkatastrophen seien die Strafe Gottes für Homosexualität, verkündete Tony Perkins - dann trieb ihn die Flut aus seinem Zuhause

Es sei eine Flut "biblischen Ausmaßes" gewesen, beschreibt Tony Perkins, Präsident der umstrittenen christlichen US-Organisation Family Research Council, die Naturkatastrophe, die ihn und seine Familie aus dem Haus in Louisiana getrieben hat. Laut Medienberichten konnten sie im Kanu fliehen. Das Haus sei zerstört.

Das alles wäre eine persönliche Tragödie, wie sie jeden Tag irgendwo passiert, wenn Perkins nicht berühmt dafür wäre, seine eigene Sicht auf Naturkatastrophen zu verbreiten. Die seien nämlich, so die Meinung des Republikaners, die Strafe Gottes für Homosexuelle.

Ironie des Schicksals

Perkins ist berüchtigt für seine Homophobie, lehnt die gleichgeschlechtliche Ehe strikt ab und hat auch schon behauptet, dass Pädophilie ein "Homosexuellen-Problem" sei. Das Gleiche gelte für Drogen- und Alkoholabhängigkeit.

Die Ironie seines Schicksals ignoriert der Donald-Trump-Unterstützer geflissentlich und pöbelt bereits gegen Präsident Obama, der sich den Schaden noch nicht angesehen habe. Anders als das Netz, wo sich User in den sozialen Medien an Sarkasmus übertrumpfen.

Manche etwas strenger:

("Der bigotte Pastor Tony Perkins, der meint, dass Naturkatastrophen der Zorn Gottes auf Homosexuelle und Liberale seien, hat sein Haus in den Fluten verloren")

("Gott versucht, Tony Perkins etwas zu sagen. In diesem Augenblick. Er sollte zuhören")

Andere etwas fröhlicher:

(Das ist das dramatischste Coming-Out, das ich je gesehen habe")

Und der hier, der als Gott persönlich auftritt, ist in Partylaune:

("Jahrelang hat @tperkins behauptet, dass Naturkatastrophen die Strafe für Sünden seien. Also habe ich ihm eine Flut geschickt, die sein Haus zerstört")

Was man bei der "göttlichen Ironie" im Falle Perkins allerdings nicht vergessen sollte: 20.000 Menschen sind von der Flut in Louisiana betroffen.