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Diskriminierung Studie: Homophobie ist im Sport an der Tagesordnung

Ein homosexuelles Paar in Sportkleidung: Eine Studie untersuchte weltweit, wie weit Homophobie im Sport verbreitet ist.
Ein homosexuelles Paar in Sportkleidung: Eine Studie untersuchte weltweit, wie weit Homophobie im Sport verbreitet ist.
© istockphoto.com
Eine weltweite Umfrage unter Tausenden von Athleten misst erstmals Homophobie im Sport. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Schwulenfeindlichkeit scheint alles andere als eine Ausnahme zu sein. Dem stern liegen exklusive Auszüge aus der Untersuchung vor.

Als Ex-Fußballer Thomas Hitzlsperger im Januar 2014 öffentlich erklärte schwul zu sein, sorgte der ehemalige Nationalspieler für einen Paukenschlag. Politiker, Funktionäre, andere Sportler und Medien sparten nicht mit Lob und guter Zurede nach dem mutigen Schritt. Später kam dann heraus, dass Hitzlsperger, der unter anderem für den VfB Stuttgart und West Ham United spielte, eigentlich schon als aktiver Profi reinen Tisch machen wollte, es sich aber anders überlegte. Vielleicht, weil er Angst vor dem hatte, was ihn nach einem solchen Schritt in der Kabine und von den Zuschauerrängen erwarten könnte: Ablehnung und Diskriminierung. 

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© jsd.com.au

Viele Sportler sehen sich mit Homophobie konfontiert

Den Ergebnissen der aktuellen Studie "Out on the Fields" zufolge wäre eine solche Sorge zumindest berechtigt. Die internationale Befragung untersuchte, wie stark Homophobie im Amateur- und Profisport verbreitet ist. Initiiert wurde sie unter anderem vom Bingham Cup, der inoffiziellen Rugby-WM für schwule Teams. Das Resultat: 80 Prozent der Befragten waren bereits Zeuge oder Ziel von Schwulen- oder Lesbenfeindlichkeit. Die Hälfte der homosexuellen Sportler wurde persönlich attackiert. Ein Fünftel der schwulen Männer wurde sogar körperlich angegriffen, ein Viertel von ihnen verbal bedroht. Mehr als 80 Prozent der betroffenen homosexuellen Sportler sah sich diskriminierenden Beschimpfungen wie etwa "Schwuchtel" ausgesetzt. 73 Prozent der Befragten glauben zudem, dass jugendliche Homosexuelle in Mannschaftssportarten um ihre Sicherheit bangen müssen, wenn sie ihre Sexualität offen legen. Die Zuschauerränge, so die Ergebnisse, gelten als ein Ort, an dem Homophobie an der Tagesordnung ist.

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Persönliche Erfahrungen aus Deutschland

"Out on the Fields" legt den Fokus auf sechs englischsprachige Länder: Australien, Großbritannien, Irland, Kanada, Neuseeland und die USA. Dezidierte Ergebnisse für Deutschland sind leider nicht verfügbar. Erik Denison, einer der Autoren der Studie, glaubt dennoch, dass aus den Ergebnissen auch Rückschlüsse für die Situation in anderen Ländern gezogen werden können. Es habe fast 400 Teilnehmer gegeben, die nicht in einem der sechs Schwerpunktländer leben. Statistisch habe es bei diesen es kaum Abweichungen zu den Resultaten aus der Anglosphäre gegeben.

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"Aus diesem Grund glauben wir, dass es unwahrscheinlich ist, dass Länder wie Frankreich, Deutschland oder auch Südafrika besser abgeschnitten hätten. Die Erfahrungen homosexueller Sportler in den Industrienationen erscheinen uns sehr konsistent, unabhängig davon in welchem der Land genau sie leben", so Denison zum stern. Sein Fazit: "Wir würden nicht erwarten, dass sich die Statistiken in Deutschland sehr von den englischsprachigen Ländern, auf die wir uns konzentriert haben, unterscheiden."

Einige der Befragten äußerten jedoch sich im Rahmen der Befragung konkret zu Ihren Erfahrungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern - weil sie dort aufwuchsen oder gelebt haben. Untenstehend einige Auszüge, die dem stern exklusiv zur Verfügung gestellt wurden:


Persönliche Erfahrungen der Befragten

Hintergrund: Für die internationale Studie "Out on the Fields" wurden weltweit 9500 homo-, bi- und heterosexuelle Teilnehmer online befragt. Zu den Initiatoren gehört neben dem "Bingham Cup" noch der "Sydney Convicts Rugby Club" in Australien, das nach eigenen Angaben erste schwule Rugby-Team des Landes. Durchgeführt wurde die Befragung von Repucom, einem Marktforschungs- und Beratungsunternehmen mit Fokus auf die Sportbranche. Als methodische Berater standen Experten von sechs internationalen Universitäten zur Verfügung. Hier können Sie den gesamten Report (in englischer Sprache) herunterladen

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