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Kanada: Niagarafälle: Seit 100 Jahren feststeckendes Schiffswrack löst sich und treibt auf Abgrund zu

Seit 101 Jahren lag das Wrack des "Iron Scow" etwa 600 Meter von der Abbruchkante der Niagarafälle entfernt im gleichnamigen Fluss. Nach einem heftigen Unwetter hat es sich nun gelöst und ist mehrere Meter in Richtung Abgrund getrieben.

An den Niagarafällen:  Nationalpark-Chef will Absturz des Schiffswrack "Iron Scow" verhindern

Nach heftigen Unwettern hat sich ein seit mehr als hundert Jahren auf den Niagara-Fällen feststeckendes Boot gelöst und dutzende Meter bewegt. Das als "Iron Scow" (Eiserner Lastkahn) bekannte Boot ist eines der beliebtesten Fotomotive im Gebiet der Niagarafälle.

Das Wrack sei von der Stelle, wo es bis Ende Oktober lag, rund 50 Meter in Richtung des Wasserfall-Rands gerückt, sagte ein Vertreter des Niagara-Parks in Kanada. Bislang sehe es so aus, als sei das Boot an der neuen Stelle sicher – "falls es Unwetter gibt, könnte es sich aber noch weiter bewegen", sagte Niagara-Parkchef David Adames im Sender CBC.

"Iron Scow" verunglückte im August 1918

Das Schiff steckte seit mehr als 101 Jahren an der Stelle auf dem Fluss fest. Es war zuvor etwa 1,6 Kilometer flussaufwärts festgemacht gewesen, löste sich jedoch am 6. August 1918 und trieb in Richtung Abbruchkante der sogenannten Horseshoe Falls auf der kanadischen Seite der Niagarafälle. An Bord befanden sich damals zwei Mitarbeiter des örtlichen Wasserkraftwerks, Gustav F. Lofberg und James H. Harris. 

Der "Iron Scow" wurde rund 50 Meter in Richtung Abgrund getrieben und hängt dort nun fest

Der "Iron Scow" wurde rund 50 Meter in Richtung Abgrund getrieben und hängt dort nun fest

AFP

Geistesgegenwärtig öffneten die beiden Männer die Bodenklappen des Schiffs. Sofort strömte Flusswasser in den Rumpf und das Schiff blieb schließlich an einer Felsgruppe hängen. Rettungskräfte schossen wenig später ein Rettungsseil vom Dach des Wasserwerks in Richtung des Schiffs. Der Schuss gelang und das dünne Rettungsseil konnte wenig später durch ein stabileres Seil ersetzt werden, mit Hilfe dessen die beiden Männer an Land geholt werden konnten.

Weil eine Rettungsaktion für das Schiff als zu waghalsig eingeschätzt wurde, ließ man es dort, wo es war. Seit dem Unglück steckte der Kahn auf dem Niagara-Fluss fest – etwa 600 Meter vom Rand des Wasserfalls entfernt. Mehr als 100 Jahre lang bewegte es sich kaum – und wurde zum Anziehungspunkt vieler Hobby- und Profifotografen, die die Niagarafälle besuchten. 

Schiff rutschte an Halloween weiter Richtung Abgrund

Doch starke Regenfälle und heftige Winde hatten örtlichen Medienberichten zufolge dazu geführt, dass sich der Kahn vergangene Woche in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November von der Stelle bewegte. Er rutschte rund 50 Meter weiter in Richtung Abgrund. Sollte das Boot noch weiter nach vorne rücken, würden Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, betonte Parkchef Adames. Welche das sein könnten, ließ er jedoch offen.    

Die Niagarafälle gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Kanada und den USA. Millionen Menschen kommen jährlich zu den drei an der Grenze gelegenen Wasserfällen.

Quelle: niagaraparks.com

mik / DPA