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El Salvador: Tierquäler schlugen Hippo "Gustavito" zu Tode - ein ganzes Land trauert

Wer tut sowas? Das ist die Frage, die sich unwillkürlich stellt, wenn man hört: Im Zoo von San Salvador wurde ein Nilpferd zu Tode geprügelt. "Gustavito" starb nach tagelangen Qualen an seinen Verletzungen. Das Land trauert.

Nilpferd Gustavito wird im Zoo von El Salvador gefüttert - Unbekannte haben das Hippo zu Tode geprügelt

Nilpferd "Gustavito" wird im Zoo von San Salvador gefüttert. Nach einer brutalen Attacke ist das beliebte Hippo verendet. Sein Tod hat die Debatte über die Gewalt in el Salvador belebt.

Sie kamen Mittwochnacht. Ihr Opfer: "Gustavito", ein in ganz El Salvador beliebtes Nilpferd, das eine der Hauptattraktionen des Zoos in der Hauptstadt San Salvador war. Das Unfassbare: Sie schlugen mit Stahlstangen und Eispickeln auf das Hippo ein. Nach tagelangen Qualen ist "Gustavito" inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Das ganze Land trauert. Obwohl in El Salvador Gewalt alltäglich ist, statistisch an jedem Tag 14 Menschen ermordet werden, löst dieses Verbrechen an einem unschuldigen Tier dort neben Trauer Empörung und Wut aus.

"Es ist das erste Mal, dass so etwas in unserem Zoo geschehen ist", wird Zoo-Direktor Vladan Henriquez von lokalen Medien zitiert. "Das Nilpferd wurde angegriffen. Wir wissen nicht warum. Wir haben eine Autopsie angeordnet." Am Tor das Zoos hängten Besucher Plakate mit der Forderung nach Gerechtigkeit auf oder legten Blumen nieder.

Nilpferd verweigerte Medikamente

Die Tierpfleger konnten die schweren Verletzungen des Nilpferdes zunächst gar nicht erkennen. Auffällig war aber, dass sich "Gustavito" zurückgezogen hatte und meist unter Wasser blieb und nicht fressen wollte. Wie sich laut Verwaltung des Zoos später herausstellte, hatte das Tier sich gegen seine Angreifer gewehrt und war dabei auch am Maul verwundet worden. Es sei daher nur schwer möglich gewesen, Medikamente zu verabreichen.

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Der Vorfall bewegt El Salvador dermaßen, dass sich sogar das zuständige Kulturministerium zu der Tierquälerei offiziell äußerte: "Wir bedauern das Land darüber informieren zu müssen, dass am Sonntagabend, den 26. Februar, das Nilpferd Gustavito gestorben ist", heißt es dort. Es handele sich um eine "unmenschliche Attacke", die untersucht werden wird. Eine Obduktion durch Veterinäre soll die genauen Gründe für den Tod "Gustavitos" offen legen.

"Wir sind alle Gustavito"

Durch das Land schwappt derweil eine Welle der Anteilnahme und der Empörung. Unter dem Hashtag #todossomosgustavito ("Wir sind alle Gustavito") zeigen die Menschen ihre Anteilnahme und ihre Wut. Es gibt inzwischen sogar einen Song für "Gustavito":

Die brutale Tat an dem Tier wurde inzwischen zum Sinnbild für die Gewalt, die El Salvador Tag für Tag erleiden muss. In jedem Fall hat sie die Debatte um die fortwährende Gewalt im Land belebt. In einer Zeichnung sitzt ein verbundenes und weinendes Hippo und stellt mit Blick auf die Umrisse von El Salvador die Frage: "Warum bist du so?"

dho