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Philip Coates-Palgrave Ein Nilpferd hätte ihn fast das Leben gekostet. Jetzt tritt er bei den Paralympics an


Bei den Paralympics treffen viele Sportler mit anrührenden Schicksalen aufeinander. Die Geschichte von Philip Coates Palgrave, der als Bogenschütze für Südafrika antritt, ist aber etwas Besonderes.

Ein Kampf mit einem Nilpferd kostete Philip Coates-Palgrave fast das Leben. Dennoch ist der südafrikanische Bogenschütze vor seiner Paralympics-Premiere ungewohnt angespannt. "Es ist eine Mischung aus Emotionen, offensichtlich wegen der Größe dieses Ereignisses und meinem Glück, hier zu sein", sagte der 50-Jährige.

Coates-Palgrave weiß, wovon er spricht. 1995 fuhr er Urlauber mit einem Kanu in Simbabwe auf dem Fluss Sambesi herum, als sein Boot mit einem Nilpferd kollidierte. Schnell wollte er die Touristen retten, doch das Tier schnappte nach ihm und packte sein linkes Bein. Das Nilpferd riss ihn unter Wasser, Coates-Palgrave kämpfte um sein Leben.

"Eine Naturgewalt, gegen die man keine Chance hat"

"Ich habe es zweimal getreten und danach wurde mir klar, dass es einfach unmöglich war. Also ließ ich es und gab es auf", sagte der Para-Teilnehmer. Er erinnerte sich in dieser Situation an einen früheren Zwischenfall in den Victoria Falls, als er von Stromschnellen unter Wasser gezogen wurde. "Es war eine ähnliche Naturgewalt, gegen die man keine Chance hat zu kämpfen", sagte er und erklärte: "Je länger du deinen Atem sparen kannst, hilft es dir, jeden einzelnen Muskel in deinem Körper zu entspannen."

Coates-Palgrave rechnete mit dem Schlimmsten, doch dann ließ das Nilpferd plötzlich von ihm ab. Der Horror war jedoch noch nicht überstanden. Erst musste er 25 Stunden in ein Krankenhaus in die Hauptstadt Harare transportiert werden. Dann wurde er mehrere Monate immer wieder am linken Bein operiert, ehe es doch amputiert wurde.

Vor fünf Jahren kam Coates-Palgrave dann zum Bogenschießen. "Ich war nie ein Sportler, auch wenn ich zwei Beine hatte. Ich war einfach faul und nutzlos", erklärte er. "Dann habe ich eines Tages gesagt, dass es genug ist." Ab Freitag hofft er im Yumenoshima Archery Park auf eine Medaille, den schwierigsten Kampf hat er aber schon gewonnen.

cl DPA

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