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Role Model für den Klimaschutz?: Was macht eigentlich ... das Ozonloch? Es schrumpft! Weil die Welt sich zusammengerauft hat

Das Ozonloch über der Antarktis ist so klein wie seit Jahrzehnten nicht. Auch wenn es noch lange dauert, bis es völlig verschwindet: Das Beispiel zeigt, dass es sehr erfolgsversprechend sein kann, wenn die Welt zusammen ein Umweltproblem angeht.

Ozonloch

Das Ozonloch über der Antarktis im September 2019. Die blauen Farben zeigen, wo die Ozonschicht dünn ist. 

Es ist eine seltene Öko-Positivmeldung in Zeiten der weltweit diskutierten Klimakrise: Das Ozonloch über der Antarktis ist so klein wie zuletzt vor 30 Jahren. Es könnte in diesem Jahr sogar zum Kleinsten seit dem Beginn der Beobachtungen werden. Das teilte der Copernicus Atmosphärendienst, den das Europäische Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage (EZMW) im Auftrag der Europäischen Kommission betreibt, in dieser Woche mit.

Dass sich die Ozonschicht, welche die schädliche UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht filtert, langsam erholt, wurde schon vor einigen Jahren festgestellt. Die positive Entwicklung ist einem Prozess zu verdanken, der in Zeiten des Klimawandels durchaus als Vorbild dienen könnte. 

Die Politik nahm die Warnungen aus der Wissenschaft ernst

Bereits Anfang der 1980er Jahre wurde festgestellt, dass sich zu jedem Winter - beziehungsweise Sommer auf der Südhalbkugel - über dem Südpol ein Loch in der Ozonschicht bildete, dass jährlich immer größer wurde. Wissenschaftler befürchteten ein erhöhtes Hautkrebsrisiko und weitere negative Folgen, etwa für die Landwirtschaft. Als Ursache für die Zerstörung wurden Chemikalien wie Flourkohlenwasserstoff (FCKW) identififiziert. FCKW wurde unter anderem in Kühlschränken und Sprühdosen verwendet. 

Der Alarm aus der Wissenschaft wurde seinerzeit von der Politik vernommen und ernstgenommen. 1987 beschlossen fast 200 Staaten im Montreal-Protokoll eine weltweite Ächtung der schädlichen Substanzen. Der Bann zeigte Wirkung: Experten erwarten sogar, dass sich die Ozonschicht um das Jahr 2060 herum komplett erholt haben könnte.

Das Beispiel zeigt: Die Welt kann in Umweltfragen zusammenarbeiten

Der aktuelle Tiefstand sei aber noch kein Grund für grenzenlosen Jubel, wie Copernicus-Wissenschaftlerin Antje Inness erklärt: "Wir sehen von Jahr zu Jahr viele Schwankungen im Ozonloch. Zum Beispiel war es 2017 sehr klein, 2018 aber wieder größer und langlebiger". Inness geht davon aus, dass die Langzeit-Entwicklung, die als Folge des Montreal-Protokolls einsetzte, nicht von der diesjährigen "ungewöhnlichen Entwicklung" beeinflusst werde. 

Es dürfte also trotz des diesjährigen Rekordwerts noch rund vierzig Jahre dauern, bis die Ozonschicht "geheilt" ist. Dennoch zeigt die positive Entwicklung eines auf: Die Welt hat es schon einmal geschafft, sich an einen Tisch zu setzen, eine Lösung für ein globales Umweltproblem zu erarbeiten und diese auch erfolgreich umzusetzen.

Warum sollte das - allen Unkenrufen zum Trotz - nicht wieder gelingen? 

Quellen: Copernicus Athmosphärendienst (I), (II), (III)

rös
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