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Pakistan: Taliban richten Blutbad in zwei Moscheen an

Der Angriff kam zum Freitagsgebet: Im pakistanischen Lahore haben Taliban-Milizen zwei Moscheen attackiert und dabei zahlreiche Menschen getötet. Die Terror-Kommandos nahmen auch mehrere Geiseln.

Bewaffnete Überfallkommandos haben während des Freitagsgebets in der pakistanischen Stadt Lahore in zwei Moscheen zahlreiche Menschen getötet. Die Angreifer hätten mit Handfeuerwaffen geschossen und Granaten geworfen, sagte ein hochrangiger Vertreter der Sicherheitskräfte. Nach Behördenangaben gab es bei dem Angriff auf die Gebetshäuser der Ahmadi-Sekte rund 80 Tote und mehr als 80 Verletzte. In einer der Moscheen seien auch Geiseln genommen worden. Hunderte waren am Nachmittag noch in einer der Moscheen eingeschlossen. Zu dem Anschlag bekannten sich pakistanische Taliban-Milizen.

Die Angreifer standen auf dem Dach einer der mehrere Kilometer voneinander entfernten Moscheen und lieferten sich ein Feuergefecht mit Polizisten, teilte die Polizei mit. Insgesamt soll es sieben Angreifer gegeben haben, drei davon waren Selbstmordattentäter. Zwei Terroristen wurden festgenommen.

In Lahore leben rund acht Millionen Menschen. Die Ahmadi-Sekte wird von den Hauptströmungen der pakistanischen Muslime verachtet und nicht als muslimisch anerkannt.

Ahmadis sind unterdrückte Religionsgemeinschaft

Die "Ahmadiyya-Muslim"-Bewegung ist eine 1889 gegründete islamische Religionsgemeinschaft, die jegliche Gewalt ablehnt. Sie hat weltweit bis zu 15 Millionen Anhänger. In Pakistan leben mehrere Millionen. Viele pakistanische Ahmadis sind nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in westliche Länder geflüchtet. Obwohl es in Pakistan gesetzlich Religionsfreiheit gibt, dürfen Ahmadis ihren Glauben dort nicht ausüben.

Pakistan wird seit Jahren regelmäßig von Anschlägen erschüttert. In den vergangenen drei Jahren ereigneten sich etwa 400 Anschläge, mehr als 3300 Menschen starben dabei. Für die meisten Attentate werden islamistische Taliban oder Kämpfer des Terrornetzwerkes al-Kaida verantwortlich gemacht.

AFP/DPA/APN / DPA
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