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Philippinen: Taifun "Bopha" reißt Hunderte in den Tod

Der Taifun "Bopha" hat auf den Philippinen eine gewaltige Zerstörungskraft entfacht. Inzwischen gibt es mehr als 230 Todesopfer. Der Sturm steuert jetzt auf die Urlaubsorte im Land zu.

Nach einem Taifun im Süden der Philippinen ist die Zahl der Todesopfer auf etwa 230 gestiegen. Hunderte weitere Menschen würden noch vermisst, teilten Regierungsvertreter am Mittwoch mit. Viele der Opfer wurden unter Schlammlawinen begraben.

Der Sturm "Bopha" zerstörte Häuser und ließ Flüsse über die Ufer treten. Nach Polizeiangaben wurden auch viele Felder zerstört. In den meisten betroffenen Gebieten fiel der Strom aus. Am Mittwoch bewegte sich der Sturm auf Urlaubsorte in dem Land zu.

Allein in der schwer zugänglichen Stadt New Bataan auf der südlichen Insel Mindanao wurden 49 Menschen durch eine Schlammlawine getötet, wie der Innenminister Mar Roxas im Fernsehsender ABS-CBN erklärte. Die Armee versuchte mit Unterstützung von schwerem Gerät und Hubschraubern nach New Bataan vorzudringen. Die durch den Wirbelsturm ausgelösten Überschwemmungen hatten Bäume und Felsbrocken mit sich gerissen. Zahlreiche der zum großen Teil muslimischen Bewohner von Mindanao waren am Mittwoch weiterhin ohne Strom und von der Außenwelt abgeschnitten.

Windgeschwindigkeiten von 210 Stundenkilometern

"Bopha" war am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Stundenkilometern im Osten von Mindanao auf Land gestoßen. Er schwächte sich mittlerweile ab und zog Richtung Westen zur Palawan-Insel und dem Südchinesischen Meer.

Zehntausende Menschen hatten in Notunterkünften Schutz vor dem Unwetter gesucht. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden Anwohner der Küstenregionen und niedrig gelegener Siedlungen wegen der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen in Sicherheit gebracht, häufig in Schulen oder Kirchen.

"Bopha" ist der stärkste der bislang 16 schweren Stürme, die in diesem Jahr auf das Archipel im Westpazifik trafen. Im Schnitt durchleben die Anwohner der Philippinen etwa 20 schwere Stürme pro Jahr. Im August wurden in dem südostasiatischen Land bei mehreren Unwettern rund 100 Menschen getötet. 2011 kamen durch 29 Wirbelstürme 1500 Menschen ums Leben, davon 1200 auf Mindanao durch den Tropensturm "Washi".

kng/AFP/Reuters / Reuters