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Polarwirbel kollabiert Warum uns wahrscheinlich ein langer, kalter Winter bevorsteht

Sehen Sie im Video: Tief "Lisa" bringt Schnee und Regen nach Deutschland.




Berlin, Leipzig, 03.01.21: Zum Wochenstart erwartet die Menschen in Deutschland Schnee und Regen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes beschert uns das Tief "Lisa" am Sonntag und zum Wochenstart noch etwas Winterwetter. Der Himmel über Deutschland bleibt bewölkt. In der Mitte des Landes kann es schneien, im Norden regnen, im Süden bleibt es meist trocken.  In der Hauptstadt bildete sich bis zum Mittag eine geschlossene Schneedecke. Doch schon am Nachmittag begann der Schnee zu tauen. In Leipzig nutzten Kinder die weiße Pracht und bauten die ersten Schneemänner des neuen Jahres. Das nasskalte Wetter setzt sich auch am Mittwoch fort. Bei Höchstwerten zwischen 0 und 4 Grad kann es je nach Region schneien oder regnen.
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Ausgerechnet im zweiten Corona-Jahr steht uns nach aktuellen Prognosen ein langer und kalter Winter bevor. Es droht sogar eine der kältesten Wetterlagen seit Jahren.

Einige Meteorologen haben es lange befürchtet, nun ist es passiert: Der Polarwirbel, der entscheidend für das Winterwetter auf der Nordhalbkugel ist, steht kurz vor dem endgültigen Kollaps. Dies könnte für uns einen langen und kalten Winter bedeuten. 

Warum? Im Winter bildet sich in der polaren Region ein kreisförmiger Wirbel, da der Kontrast zwischen den kalten Luftmassen am Nordpol und den milden Luftmassen in Europa besonders hoch ist. Der Polarwirbel saugt sozusagen die polare Luft ein und bindet sie. Die kalte Luft ist von einem Starkwindband umgeben, sodass sie sich nicht ausbreiten kann.

Wird der Polarwirbel jedoch instabil, brechen die kalten Luftmassen heraus und wandern nach Süden – unter Umständen bis nach Europa. Aus dem Polarwirbel werden dann mehrere kleine Wirbel. Das Phänomen wird als Polarwirbelsplit bezeichnet. In der Folge kann es in manchen Regionen zu ungewöhnlich niedrigen Temperaturen kommen, auch in Deutschland

Wintereinbruch im Februar oder März 

"Das Problem dabei, wenn der Polarwirbel zerbricht oder sich gar in zwei Wirbel aufteilt, ist, dass so ein Ereignis einige Wochen später immer einen heftigen Wintereinbruch zur Folge hat", erklärt der Meteorologe Jan Schenk auf "weather.com". "Nun muss es nicht sein, dass Europa und Deutschland davon getroffen werden. Aber die Gefahr für einen späten und harten Wintereinbruch ist sehr hoch", so der Experte.

Es werde möglicherweise ein langer Winter werden, außerdem sei es "höchst wahrscheinlich, dass es im Februar oder März nochmal einen kalten Wintereinbruch gibt, da sollten wir uns schon mal drauf einstellen", erläutert Schenk.

"Eine der kältesten Wetterlagen seit Jahren" möglich 

Noch hat sich der Polarwirbel aber nicht eindeutig aufgeteilt. Doch für Anfang Februar wird nun die nächste Erwärmung der Stratosphäre erwartet. Wenn die Temperatur in der Stratosphäre in nur wenigen Tagen um mehr als 50 Grad Celsius steigt, erwärmt sich auch die Troposphäre – und damit könnte sich der Polarwirbel doch noch komplett teilen. Das heißt, es könnte für längere Zeit ungewöhnlich kalte Luft aus dem Norden und Osten nach Europa gebracht werden. 

"Es ist eine extrem spannende Lage, die uns die Wettercomputer derzeit ab der Monatsmitte berechnen. Der Polarwirbel kollabiert und damit bestehen Chancen auf richtigen Winter mit trockenkalter Luft aus östlichen bis nordöstlichen Richtungen", sagt auch der RTL-Meteorologe Björn Alexander. Sogar eisige Lagen mit Kaltluft aus Sibirien seien mit im Rennen. "Das ist allerdings ein Szenario, das uns erst im Laufe der nächsten Woche blühen könnte. Aber wenn es tatsächlich so kommt, dann wäre es eine der kältesten Wetterlagen seit Jahren."

Teilt sich der Polarwirbel nicht komplett auf, kommt es dennoch zu einer Verschiebung des Polarwirbels. Das würde bedeuten, dass es in Europa zwar kälter wird, aber nicht ganz so kalt wie im Falle einer Polarwirbelteilung.

ivi

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