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"Masturbiert der?" : Darum lacht das Netz über ein Pompeji-Opfer

Fast 2000 Jahre nach seinem Ableben in Pompeji ist ein Mann jetzt zu Ruhm gelangt. Der Direktor der historischen Ausgrabungsstätte hat den Gispabguss eines Vulkan-Opfers gepostet. Und das Netz macht sich darüber lustig.

Das Bild von dem Pompeji-Opfer wurde auf dem Instagram-Account der Pompeji-Ausgrabungsstätte veröffentlicht

Das Bild wurde auf dem Instagram-Account der Pompeji-Ausgrabungsstätte veröffentlicht

„Warum masturbiert der?“ - So lautet nur eines der vielen Kommentare unter einem Foto, das vor vier Wochen auf dem Instagram-Account der historischen Ausgrabungsstätte gepostet wurde und jetzt viral geht. Es zeigt den Gipsabguss eines Mannes aus Pompeji, jener römischen Stadt am Golf von Neapel, die im Jahr 79 beim Ausbruch des Vesuvs ausgelöscht wurde. Der Mann liegt – ein Bein angewinkelt - auf dem Boden. Den Oberkörper dabei leicht angehoben, die Hand im Schritt.

"Was denkt ihr?"

Auch auf macht das Bild die Runde. "Was denkt ihr? Selbst wenn er heute noch hier wäre, um seine Unschuld zu beteuern - nur Gott kennt die Antwort", schreibt einer. "Ich habe keine Worte, diesen Mann zu beschreiben. Ich grüße diesen Mann, wo immer du bist. Du bist LEGENDE mein Freund", ein anderer.

Offenbar ist für die Netzgemeinde die Pose zu eindeutig. Todeskampf? Quatsch! Klarer Fall von Selbstbefriedigung! "Dieser Mann sah sein Reich in Feuer und Asche zerfallen und entschied sich, noch einen rauszuhauen, bevor er der Ewigkeit entgegensah", fasst eine Frau das Ereignis zusammen.






Das der arme Mann tatsächlich im Antlitz des Todes noch an sein Vergnügen dachte, ist jedoch ziemlich unwahrscheinlich. Wie auf dem Expertenportal "decodedpast.com" zu lesen ist, starben die Menschen an jenem Tag des Vulkanausbruchs einen sehr qualvollen Tod.

Während einige in ihren Häusern durch einstürzende Dächer starben, weil die das Gewicht von Geröll und Ascheregen nicht mehr tragen konnten, erstickten andere beim Einatmen der heißen Gase, eine Mischung aus heißem Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff, Chlorwasserstoff und Schwefeldioxid. Diese Gase, mit feiner Asche vermischt, formten sich in den Lungen zu einer Art Zement, der sich durch weitere Atemzüge verdickte. 

Steinmumien von Pompeji

Körper erlitten thermischen Schock

Die Körper zeigten jedoch auch Zeichen eines thermischen Schocks. Die direkte Hitze in Kombination mit der Strahlungswärme der Asche hätte schnell zu Verbrennungen vierten Grades geführt, heißt es - und zwar zu solchen unterhalb der Hautschicht in den Muskeln, die mit einer raschen Überhitzung des Blutes einhergingen und durch den Kreislauf dann entweder einen Herzstillstand oder durch eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff einen Atemstillstand verursachten.

Mehr als 1500 Jahre lag Pompeji unter einer bis zu 25 Meter mächtigen Decke aus vulkanischer Asche und Bimsstein begraben. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt wiederentdeckt. Heute ist Pompeji eine der am besten erhaltenen antiken Stadtruinen, gehört zum Weltkulturerbe der Unesco und ist mit 3,2 Millionen Besuchern im Jahr 2016 nach dem Kolosseum in Rom die meistbesuchte Ausgrabungsstätte Italiens.

jek
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