HOME

"PostSecret" : Intimste Geheimnisse auf öffentlichen Postkarten

Sie sind dunkel, tragisch, schockierend - manchmal auch lustig: Geheimnisse sind was sehr intimes. Doch für das Kunstprojekt "PostSecret" schicken Menschen ihre persönlichen Geheimnisse ein - anonym und per Postkarte. 

Geheimnis auf Postkarte

"Ich habe nur mit dir ohne Kondom geschlafen, weil ich dachte du verliebst dich in mich! Hast du nicht und ich habe jetzt Angst krank zu sein." 

Jeder Mensch hat Geheimnisse, ob allein oder mit jemand anderem zusammen. Geheimnisse gehören einem selbst, geben Halt und bleiben solange geheim, bis man sie lüftet. Beim Kunstprojekt "PostSecret", dass es bereits seit über zwölf Jahren in den USA gibt, werden persönliche Geheimnisse öffentlich. Menschen schreiben ihre intimsten Geheimnisse auf Postkarten und schicken sie Frank Warren, der sie dann auf seinem Blog veröffentlicht.

Geheimnis auf Postkarte

"Meine Freunde glauben ich trinke keinen Alkohol, weil es mir nicht schmeckt. Aber der eigentliche Grund ist, dass meine Mutter Alkoholikerin war und ich möchte nicht wie sie enden." 


Doch da auf den Postkarten kein Absender steht, können die Hüter der Geheimnisse diese zwar teilen, geben jedoch nicht preis, dass es ihre Geheimnisse sind. 

Geheimnis auf Postkarte

"Ich bin Hochschullehrer und ich gebe Studenten, die die Homo-Ehe unterstützen, bessere Noten."


Frank Warren, eigentlich Vertreter für medizinische Produkte und nur nebenberuflich Künstler, hatte 2007 die Idee dazu und verteilte erst in Washington D.C. Blankopostkarten, die die Menschen ihm dann mit Geheimnissen beschrieben zurückschicken sollten - natürlich anonym. Die Idee kam so gut an, dass Warren auch bald aus allen möglichen Ländern dieser Erde Post bekam. Bis heute kommen jede Woche hunderte an Postkarten mit Geheimnissen in seinem Postfach an. 

Geheimnis auf Postkarte

"Mein Freund kann nicht küssen, und obwohl ich ihn sehr liebe, starre ich Fremden auf die Lippen und überlege, wie gut sie es wohl können."


Jeden Sonntag veröffentlicht er auf seinem Blog "Postsecret" eine Auswahl der neuen Postkarten mit Ängsten und Träumen, Hoffnungen und Geständnissen. Ein Archiv der Karten kann man online nicht abrufen. Doch einen Großteil der Geheimnisse kann man sich im National Postal Museum in Washington D.C. anschauen. 

Geheimnis auf Postkarte

"Ich male mir aus, mich umzubringen, aber ich könnte es niemals machen. Manchmal erscheint der Schmerz unerträglich. Eines Tages hoffe ich die Kraft zu haben, ihm entgegenzutreten."


Der Tübinger Bioinformatiker Sebastian Schultheiss war von der Postkarten-Idee begeistert und fragte sich, ob das nur in den USA klappt. "Ich habe damals ein Jahr in den USA gelebt und da sind mir Unterschiede zwischen Deutschland und den USA aufgefallen. Wie schnell Amerikaner bei persönlichen Themen sind zum Beispiel. Und die Geheimnisse auf den amerikanischen Postsecrets kamen mir recht intim vor - und ich habe mich gefragt, ob die auf Deutsch auch so wären," so Schultheiss im Interview mit "Ze.tt"

Geheimnis auf Postkarte

"Bald werde ich 30 und alles was ich habe, ist ein abgebrochenes Studium und emotionale Instabilität. Ich habe Angst, dass sich nix ändert. Alles was ich mir wünsche, ist eine schöne Beziehung, die mir Kraft verleiht." 


Frank Warren, mit dem er inzwischen auch ein Buch voller privater Geheimnisse rausgebracht hat, fand die Idee gut und so startete Schultheiss 2008 einen deutschen Blog. Gegenüber "Ze.tt" hat er verraten, was der Unterschied zu den amerikanischen Geheimnissen ist: "Die deutschen Geheimnisse sind nicht so 'Das ist mein Geheimnis und ich möchte das der Welt mitteilen' - wie bei den amerikanischen - sondern sind eigentlich an jemand anderen adressiert. Die Leute veröffentlichen das aber lieber anonym, anstatt es der Person zu sagen, um die es eigentlich geht." 



stb
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(