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Regierung spricht von weiterem Leck BP kämpft mit knapp vier Milliarden gegen die Ölpest


Der Kampf gegen die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hat den britischen Energiekonzern BP bislang 3,95 Milliarden Dollar gekostet. Das Unternehmen teilte am Montag zudem mit, das defekte Bohrloch in der Augusthälfte endgültig versiegeln zu wollen.

Der Kampf gegen die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hat den britischen Energiekonzern BP bislang 3,95 Milliarden Dollar gekostet. Das Unternehmen teilte am Montag zudem mit, das defekte Bohrloch in der Augusthälfte endgültig versiegeln zu wollen. Die Drucktests an dem Deckel auf dem Leck in rund 1600 Metern Tiefe sollten derweil fortgeführt werden. Auf die Aussickerungen, die nach Angaben der Küstenwache in der Umgebung des Bohrlochs entdeckt wurden, ging der Konzern nicht ein.

Die jüngsten Ergebnisse der Messungen an dem mit einer Abdichtkappe verschlossenen Bohrloch ergaben laut US-Regierung, dass in der Nähe Kohlenwasserstoffe aus dem Meeresboden aufsteigen. Da Kohlenwasserstoffe auch in Rohöl vorkommen, sei dies ein Zeichen für ein mögliches Leck.

Krisenkoordinator Thad Allen verlangte von BP, einen Plan für die schnellstmögliche Öffnung der Abdichtkappe vorzulegen, sollte sich der Ölaustritt bestätigen. Außerdem beklagte er "andere Unregelmäßigkeiten", die bei den jüngsten Belastungstests an der Vorrichtung aufgetreten seien. Einzelheiten nannte er nicht.

BP hatte am Donnerstag die drei Ventile des Abdichtzylinders geschlossen und damit zum ersten Mal seit dem Beginn der Katastrophe vor drei Monaten das Auslaufen des Öls gestoppt. Die Tests an der Vorrichtung sollen zeigen, ob das Bohrloch und der Förderschacht dem durch das Verschließen der Ventile entstehenden Druck standhalten.

Der britische Konzern will nach eigenen Angaben in rund zwei Wochen damit beginnen, das lecke Bohrloch zunächst mit schwerem Bohrschlamm und dann mit Zement zu verschließen. Die dafür nötige Entlastungsbohrung steht offenbar kurz vor dem Durchbruch: Laut BP müssen die Ingenieure noch rund 30 Meter waagerecht bohren, um die Ölquelle zu erreichen.

Allen machte jedoch deutlich, dass über die Verlängerung der Belastungstests an der Abdicht-Vorrichtung weiter in 24-Stunden-Schritten entschieden werde. "Wir müssen sicherstellen, dass kein bleibender Schaden entsteht, der ein unkontrolliertes Austreten von Öl aus zahlreichen Stellen im Meeresboden verursachen könnte", warnte er.

Die BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" war im April nach einer Explosion gesunken. Bislang strömten Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer. Das entspricht einer 58- bis 112-fachen Menge dessen, was 1989 bei der Ölkatastrophe der Exxon Valdez in Alaska ausgelaufen war.

Mithilfe der neuen Abdichtkappe war ursprünglich vorgesehen, das am Meersboden in rund 1500 Metern Tiefe austretende Öl vollständig aufzufangen und an Bord von Schiffen an die Oberfläche zu leiten. Dabei würde nach Einschätzung von Experten jedoch zumindest vorübergehend wieder Öl ins Meer fließen.

Reuters/AFP Reuters

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