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Tragödie in Sankt Petersburg "Russisch Roulette auf den Straßen": Student von Eiszapfen erschlagen

In Sankt Petersburg ist ein Student von einem Eiszapfen erschlagen worden. Augenzeugen haben den Unfall dokumentiert.
In Sankt Petersburg ist ein Student von einem Eiszapfen erschlagen worden. Augenzeugen haben den Unfall dokumentiert.
In Sankt Petersburg herrscht Jahr für Jahr dasselbe Bild: Riesige Eiszapfen säumen die Dächer der Stadt. Für die Bürger bedeutet das jeden Tag ein gefährliches Spiel. Denn das Eis bricht ständig ab. Nun ist ein Student erschlagen worden. 

Herabfallende Eiszapfen sind in Sankt Petersburg im Winter eine alltägliche Gefahr. Nun ist ein Student ums Leben gekommen, als sich vom Dach der Universität für Chemische Pharmazeutika Eismassen lösten und auf die Straße stürzten, wie die lokale Zeitung "Fontanka" berichtet. Demnach ereignete sich die Tragödie gegen 15 Uhr am Dienstagnachmittag. Der verstorbene 23-jährige Student aus Usbekistan sei gerade mit einem Freund an dem Gebäude vorbeigegangen, als der Eiszapfen hinunterstürzte. Er sei noch an der Unglücksstelle verstorben. Sein Begleiter habe schwere Verletzungen erlitten und befinde sich nun im Krankenhaus.

Die Staatliche Universität von Sankt Petersburg, der das Gebäude gehört, streitet jede Verantwortung für das Unglück ab. "Die Entfernung von dem Dachgesims bis zu der Stelle, wo das Eis auf der Straße gelandet ist, beträgt etwa zehn Meter. Es gibt einen Vorgarten und einen Zaun. Es scheint, als ob der Eisklumpen von einem Fensterbrett oder Erkerfenster abgeprallt ist", verteidigt man sich in der Stadtbezirksverwaltung. 

Das russische Ermittlungskomitee hat ein Strafverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet.

Russisches Roulette in Sankt Petersburg

Immer wieder werden in der nördlichsten Metropole der Welt Menschen durch herabfallende Eiszapfen verletzt. Allein in der vergangenen Woche sind mindestens sechs Personen mit Kopfverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert worden. "Das ist nichts anderes als russisches Roulette auf den Straßen", zitiert die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" erzürnte Bürger.

"Jeden Tag erleiden die Menschen auf den Straßen unserer Stadt schwere Verletzungen", berichtete Alexander Schischlow, Beauftragter für Menschenrechte der Stadt Sankt Petersburg laut der Nachrichtenagentur Regnum. "Am 1. Februar erst stürzte ein Schneehaufen auf den Kopf eines Angestellten meines Büros. Wie viele Menschen müssen sterben, bevor wir im Winter ohne Angst vor die Tür gehen können?" An der derzeit unerträglichen Situation sei auch nicht das Wetter Schuld, sondern die Verantwortungslosigkeit der Behörden, die ihre Verpflichtungen nicht erfüllten. "Jeder, der verletzt wurde, hat das Recht, Entschädigung zu fordern und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. Meine Mitarbeiter und ich sind bereit, den Betroffenen dabei zu helfen", betonte Schischlow.

Quellen: "Fontanka""Komsomolskaja Prawda"Regnum

ivi

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