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Massenhaft Todesfälle: Silvester und Weihnachten endet für Tausende Russen tödlich

Zu Silvester und Weihnachten haben die Russen ungewöhnlich lange frei: Gleich zehn Tage dürfen sie feiern. Doch die lange Arbeitspause bekommt nicht allen gut. Für 18.000 Menschen enden die Feiertage mit dem Tod. 

Schauspieler stellen die traditionellen Silvesterfiguren Väterchen Frost und Snegurotschka in der Innenstadt von Moskau dar

Schauspieler stellen die traditionellen Silvesterfiguren Väterchen Frost und Snegurotschka in der Innenstadt von Moskau dar. Die Feiertage fordern in Russland durchschnittlich 18.000 Opfer pro Jahr.  

Silvester ist der wichtigste Feiertag in Russland. Am 6. Januar folgt das orthodoxe Weihnachten. Und da die Tage dazwischen wohl eher nicht besonders produktiv ausfallen würden, schenkt der russische Staat seinen Bürgern gleich zehn freie Tage am Stück. Doch es zeigt sich: Die langen Feiertag fordern ihre Opfer. Jedes Jahr sterben in deren Folge rund 18.000 Menschen, die meisten von ihnen im Alkoholrausch. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des führenden russischen Experten auf dem Gebiet des Alkoholismus Alexander Nemtsow. 

"Die Feiertage haben auch negative Konsequenzen. Eine davon ist die Erhöhung der Sterblichkeit", zitiert das Nachrichtenmagazin "Life" aus der Studie. Für seine Untersuchung wertete Nemtsow die Sterblichkeitsstatistiken der russischen Behörden aus. Dabei flossen Daten aus den Jahren 2004 bis 2016 in die Analyse ein.

Feiertage streichen?

In diesem Zeitraum stellte Nemtsow im Januar eines jeden Jahres einen signifikanten Anstieg von Todesfällen fest, die auf den Einfluss von Alkohol zurückzuführen sind. In keinem Monat des Jahres sterben in Russland mehr Menschen als im Januar. 

"Der Verlust von zusätzlichen 18.000 Menschenleben bei den jährlichen Silvester-Feiertagen erfordert administratives und möglicherweise auch politisches Einschreiten, um die Opfer zu reduzieren", fordert Nemtsow. Der Experte rät, zwischen Silvester und Weihnachten wieder ein paar Arbeitstage einzuführen, wie es vor 2003 der Fall war. "Höchstwahrscheinlich werden es nicht die produktivsten Tage, aber eine Pause würde die Mortalität im Januar verringern."

Tragische Todesfälle nach Silvester in Russland

Die Schlagzeilen der vergangenen Tage scheinen die Ergebnisse der Studie zu bestätigen. Am 4. Januar erstach zum Beispiel eine 29-jährige Frau einen Bekannten, nachdem sie mit ihm Streit geraten war. Zuvor begrüßten die beiden ausgiebig und tagelang das neue Jahr. 

In Twer kam ein 37-Jähriger ums Leben, als er versuchte, sich mit einem Laken aus dem 10. Stockwerk abzuseilen, um mehr Wodka zu holen. Seine Frau  hatte ihn zuvor Zuhause eingesperrt, damit er ausnüchtert.

ivi