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Schottland Bräutigam stirbt wenige Minuten, bevor er seiner Verlobten das Jawort geben kann

Ein Hochzeitsgast legt tröstend den Arm um die Braut
Eine Hochzeit in Schottland endete in einer Tragödie (Symbolbild)
© Vladimir Floyd / Getty Images
Paul Wynn bekam acht Tage vor der Hochzeit eine niederschmetternde Diagnose: Krebs im Endstadium. Eigentlich hatten ihm die Ärzte noch mehrere Wochen zu leben gegeben – doch es kam anders.

Das ist wohl das traurigste und erschütterndste Ende, das eine Hochzeit nehmen kann: Im schottischen Ayrshire starb der 57-jährige Paul Wynn kurz bevor er und seine langjährige Partnerin Alison die Ringe tauschen konnten. Bei Wynn war nur acht Tage zuvor eine Krebserkrankung diagnostiziert worden.

Es existieren Fotos der Braut, wie sie kurz vor dem Betreten der Kirche, im weißen Spitzenkleid, umringt von den Blumenmädchen, auf den Beginn der Hochzeit wartet. Es gibt auch Fotos des Bräutigams, wie er im förmlichen Kilt vor der Kirche steht, neben ihm zwei der Söhne des Paares, ebenfalls im Kilt. Diese Bilder zu sehen, ist herzzerreißend. Denn wenige Augenblicke später sollte der bis dahin noch schöne Tag plötzlich eine tragische Wendung nehmen.

Der Hochzeitstag endete tragisch

Paul und Alison Wynn waren seit 21 Jahren ein Paar, die beiden haben fünf gemeinsame Kinder. Sie lernten sich kennen, nachdem Wynns erste Ehe gescheitert war – mit seiner vorherigen Frau hatte er sechs Kinder, was ihn zum elffachen Vater macht. Das Paar hatte schon länger vor, endlich den Bund der Ehe einzugehen – als Paul dann von seinem Arzt erfuhr, dass er unheilbaren Bauchspeicheldrüsenkrebs hat, gab das den Ausschlag. Laut den Medizinern hatte der 57-Jährige noch zwischen sechs Wochen und drei Monaten zu leben, da der Krebs bereits in viele Organe gestreut hatte. Die Wynns wussten, dass sie die Zeremonie zügig planen mussten.

"Wenn ich gewusst hätte, dass er nur noch so wenig Zeit hat, dann hätte ich versucht, die Feier schon für Anfang der Woche zu arrangieren", sagte Alison Wynn dem "Daily Record". "Er hatte noch nicht einmal seine Behandlung begonnen!" Sie macht sich zudem Vorwürfe, weil sie auf dem Weg zur Kirche bemerkte, dass sie ihren Blumenstrauß zu Hause vergessen hatte und gemeinsam mit ihrer ältesten Tochter noch einmal umkehrte, um ihn zu holen. Dadurch verzögerte sich der Beginn der Zeremonie um zehn Minuten.

Die Braut leidet noch immer unter dem Erlebten

Da Paul Wynn sich bereits schwach fühlte, wurde er von seinen Söhnen im Rollstuhl in die Kirche gebracht. Als Alison zum Traualtar geschritten war, drehte sie sich zu ihrem Verlobten um – und sah, dass er plötzlich zusammengesunken in seinem Rollstuhl saß. "Ich lief zu ihm und rief mehrmals seinen Namen. Er regte sich nicht, er schaute mich nicht an und ich wusste, dass etwas nicht stimmte. Ich brach zusammen, schrie seinen Namen", berichtet Alison. Hochzeitsgäste eilten herbei, legten Paul auf den Boden und führten Erste-Hilfe-Maßnahmen durch. Doch vergeblich.

Für Alison und die Kinder ein traumatisches Erlebnis. Noch immer fällt es der 38-Jährigen schwer, das Geschehene zu akzeptieren. "Ich habe eine Weile gebraucht, um dahin zu kommen, wo ich jetzt bin. All die Tage seither verschmelzen für mich zu einem einzigen. Es fühlt sich an wie gestern, dass es passierte. Ich muss mich jeden Morgen zwingen, aufzustehen und etwas zu tun, aber ich tue es für meine Kinder. Nur essen konnte ich seither nicht wirklich", sagt sie im "Daily Record".

Freunde des Paares haben nun eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um Geld für Paul Wynns Beisetzung und für die Hinterbliebenen zu sammeln.

Quelle:  "Daily Record"

wt

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