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Selbstmordattentat: Dutzende Tote bei Anschlag auf Café in Bagdad

Der Machtkampf zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen im Irak fordert fast täglich Todesopfer. Am Sonntag riss ein Selbstmordattentäter viele Menschen in einem Café mit in den Tod.

Bei einem Terroranschlag auf ein Kaffeehaus in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind am Sonntag nach verschiedenen Angaben der Nachrichtenagenturen DPA und AFP 34 bis 55 Menschen getötet worden. Auch die Zahl der Verletzten schwankt zwischen 45 und 50.

Wie der unabhängige irakische TV-Sender Alsumaria berichtete, sprengte sich ein Selbstmordattentäter in dem Café im Stadtteil al Amil im Süden der Hauptstadt in die Luft. Kurz darauf sei eine Bombe explodiert. AFP beschreibt den Tathergang umgekehrt. Die Explosion einer Autobombe bei einem Café habe Neugierige und Helfer angelockt. Erst dann tötete der Attentäter sich in der Menge.

Der Tatort wurde abgesperrt und umgehend von den Spuren des Anschlags gesäubert. In al Amil leben mehrheitlich Schiiten. Am gleichen Tag waren bei acht weiteren Selbstmordanschlägen auf Behörden und Einrichtungen der Sicherheitskräfte landesweit mindestens sechs Menschen getötet worden.

Täglicher Terror

Im Irak gibt es fast täglich terroristische Anschläge. Cafés und Restaurants, aber auch andere belebte Orte wie Moscheen, Fußballplätze oder Märkte waren häufig Ziel von Anschlägen. Erst vor zwei Tagen explodierte eine Autobombe in der Nähe einer Eisdiele im Osten der irakischen Hauptstadt, dabei starben mindestens 16 Menschen.

Nach UN-Schätzungen wurden allein im vergangenen Monat 979 Menschen im Irak getötet - der September gilt damit als einer der blutigsten Monate der vergangenen fünf Jahre. Hintergrund ist der Machtkampf zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen in dem nahöstlichen Land.

awö/DPA/AFP / DPA