HOME

Falcon 9: SpaceX holt erstmals Recycling-Rakete zurück auf Ozeanplattform

Rund zehn Monate nachdem eine Explosion den "Dragon" auf dem Weg zur Internationalen Raumstation zerstört hatte ist erneut ein Raumfrachter der Firma SpaceX zur ISS gestartet. Diesmal klappte alles nach Plan - warum das ein Meilenstein der Raumfahrtgeschichte sein könnte.

Space X Falcon 9

Erfolgreich Fracht ins All gebracht, erstmals klappte zudem die sichere Landung der ersten Raketenstufe auf einem Boot im Atlantik: Space X

Neun Monate nach der Explosion einer seiner Raketen hat das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX erfolgreich einen Raumtransporter zur Internationalen Raumstation (ISS) losgeschickt. Die Rakete vom Typ Falcon 9 hob am Freitag planmäßig um 22.43 Uhr (MESZ) vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Erstmals gelang es der Rakete, anschließend erfolgreich auf einer Plattform im Ozean zu landen.

Die Rakete brachte die unbemannte Raumkapsel "Dragon" ins All, die gut drei Tonnen Vorräte und Ausrüstung für die ISS geladen hatte. Zur Ladung zählte auch eine aufblasbare Raumkammer, die die sechs Astronauten der ISS testen wollen. Die Raumkapsel soll am Sonntag um 11.30 Uhr an der ISS andocken. Ein ebenso großer Erfolg wie der Start der Rakete war ihre sichere Landung auf einer schwimmenden Plattform im Ozean.

Space-X-Idee: Trägerrakete mehrmals verwenden

Das Ziel von SpaceX ist es, seine teuren Trägerraketen mehrmals zu verwenden, um die Raumfahrt kostengünstiger und nachhaltiger zu machen. Bisher gelang dem Konzern nur die Landung der Rakete an Land, nicht aber auf der schwimmenden Plattform. Die "Welt" urteilt über die Aktion: "Elon Musk und SpaceX schreiben Raumfahrtgeschichte".

Erst Mitte Januar war eine Falcon-9-Rakete von SpaceX bei einem Landeversuch auf der Plattform im Pazifik auseinandergebrochen, nachdem sie erfolgreich einen Satelliten ins All gebracht hatte. Im vergangenen Juni war eine Falcon-9-Rakete, die zur ISS fliegen sollte, zwei Minuten nach dem Start explodiert. Eine Heliumflasche hatte sich nach dem Bruch einer defekten Strebe in der Rakete gelöst und war mit hoher Geschwindigkeit auf den Tank geprallt. Seitdem gab zwei erfolgreiche Flüge der überarbeiteten Falcon-9-Rakete. Am Freitag startete sie aber zum ersten Mal seit dem Unglück vor neun Monaten wieder zur ISS.

DPA / AFP
Themen in diesem Artikel