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Ernsthaftes Anliegen "Die da oben" mal anders: Sri Lankas Kokosnuss-Minister gibt Pressekonferrenz auf Palme


Er traut sich hoch hinaus: Der sri-lankische Minister Arundika Fernando lud Journalisten zu einer ungewöhnlichen Pressekonferenz. In seinem Garten war er auf eine Kokospalme geklettert. Die verrückte Aktion hat einen ernsten Hintergrund.

Die Aktion erscheint so ungewöhnlich wie der Titel des Amtes: Sri Lankas Minister für Kokosnüsse, Fischschwanzpalmen , Palmfrüchte und Gummi-Produktion, Arundika Fernando, war am gestrigen Freitag auf eine Palme in seinem Garten gestiegen - und hatte von oben die Fragen der lokalen Medien beantwortet. Und einige Kokosnüsse gepflückt. Er wollte auf die Veränderungen des Kokos-Marktes hinweisen.

Die Preise der Kokosnüsse seien erheblich gestiegen, erklärte Fernando von der Palme herab. Eine einzelne Nuss würde mittlerweile 100 Rupien kosten, das entspricht etwa 46 Cent. Als Grund für den Anstieg nannte er die zunehmende Nachfrage des Weltmarktes nach Kokosprodukten. Die Arbeiter würden aber weniger verdienen. Sie müssten ebenfalls mindestens 100 Rupien erhalten, wenn sie auf eine der Palmen kletterten, forderte Fernando.

Mehr Lohn für Palmen-Kletterer

Obwohl die Kokosnuss zu einem der wichtigsten Exportgüter des Inselstaates gehört, käme man demnach nicht mit der Produktion hinterher. So fänden sich wegen der schlechten Bezahlung nicht ausreichend Arbeiter, die bereit seien, zum Pflücken auf die Palmen zu klettern. 

Mit seiner Kletteraktion wollte Fernando aber nicht nur für seinen Plan der besseren Bezahlung und die Branche werben, sondern auch einen neuen Erntehelfer vorführen: Der Minister war nicht wie traditionell üblich mit Muskelkraft die Palme heraufgeklettert, sondern hatte sich von einem Steig-Apparat hinaufbefördern lassen. Die Maschine sei von einem Erfinder aus der Stadt Warakapola entwickelt worden, sie solle in den nächsten Monaten auch im Handel erhältlich sein und so die gefährliche Arbeit auf den Palmen erleichtern, berichtete der Minister.

Kokos-Produkte sind neben Textilien, Tee und Edelsteinen die wichtigsten Export-Produkte Sri Lankas. Der Inselstaat ist der viertgrößte Kokosnuss-Produzent der Welt, die einheimische Sorte Thembili gilt wegen ihres süßlicheren Geschmacks als eine der schmackhaftesten. Sie soll den Bürgern Sri Lankas aber trotz höherer Preise nicht verwehrt werden, so der Minister: Egal wie weit der Preis noch nach oben gehe, man werde nicht beginnen, die Nüsse selbst zu importieren, versprach Fernando von der Palme herab.

Quelle:Daily News, News Wire

mma

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