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Lkw-Anschlag Stockholm: Zwei Tage nach dem Anschlag: Was wir wissen - und was nicht

Ein Lastwagen rast in Stockholm in eine Menschenmenge und anschließend in ein Kaufhaus, es gibt Tote und Verletzte. Zwei Tage später sind noch viele Fragen offen.

Polizisten in Stockholm tragen Rosen an der Uniform

Polizisten in Stockholm tragen Rosen an der Uniform

Der Fahrer, der in Stockholm einen Lastwagen in eine Menschenmenge gesteuert hat, ist offenbar gefasst, die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen. Doch vieles ist noch nicht geklärt.

Was wir wissen

  • Die Tat: Am Freitag um 14.55 Uhr geht nach Angaben der Sicherheitspolizei ein Notruf ein: Im Herzen Stockholms sei ein Lastwagen kurz zuvor in eine Menschenmenge gefahren und habe viele Menschen verletzt. Anschließend fuhr der Lastwagen in ein Kaufhaus und fing Feuer, der Fahrer floh. Die schwedischen Ermittler gehen nach dem Lkw-Anschlag schnell von einem Terrorakt aus.
  • Der Festgenommene: Tatverdächtig ist nach Angaben der Ermittler ein 39-jähriger Mann aus Usbekistan. Den Ermittlern zufolge hat er Sympathien für "extreme Organisationen" geäußert, darunter die Terrormiliz IS. Er beantragte 2014 eine Aufenthaltsgenehmigung in Schweden. Im Juni 2016 entschied die Migrationsbehörde, ihn auszuweisen. Da er das Land nicht verließ, suchten ihn die Behörden.
  • Zweite Festnahme: Am Sonntagmorgen nimmt die Polizei eine zweite Person unter Terror- und Mordverdacht fest.  
  • Das Tatfahrzeug: Der vom Täter gekaperte Laster gehört einer Brauerei. Diese erklärt: "Unser Fahrer versuchte, das Fahrzeug zu stoppen, indem er sich davor stellte - aber musste zur Seite springen, um nicht überfahren zu werden."
  • Die Opfer: Es gab vier Tote und 15 Verletzte. Zwei der Toten stammten den Behörden zufolge aus Schweden, die anderen beiden aus Großbritannien und Belgien.
Ein blauer Bier-Lkw steht nach dem Anschlag von Stockholm in der Front eines Kaufhauses

Was wir nicht wissen

  • Der Festgenommene: Der Mann saß nach Polizeiangaben zwar "wahrscheinlich" hinter dem Steuer des Lkw und die Beweislage verdichtet sich - dass er wirklich der Täter war, steht aber noch nicht zweifelsfrei fest.
  • Der oder die Täter: Auch zwei Tage nach dem Anschlag suchen die Ermittler nach möglichen Helfern. Details zu der zweiten festgenommenen Person nennen Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nicht.
  • Gegenstand im Lkw: Nach dem Anschlag wurde nach Polizeiangaben auf dem Fahrersitz ein technisches Gerät gefunden, "das dort nicht sein sollte". Worum es sich genau handelte, ist nicht bekannt.
  • Das Tatmotiv: Die Polizei geht ebenso wie Ministerpräsident Stefan Löfven von einem Terroranschlag aus. Bewiesen ist das noch nicht. Bis Sonntagnachmittag hat sich keine Terrororganisation zu dem Anschlag bekannt.
  • Die Flucht: Wie und wohin der Täter direkt nach der Tat flüchten konnte, ist unklar.
jen / DPA