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Taifun: "Nanmadol" verwüstet die Philippinen

Durch den verheerenden Tropensturm "Nanmadol" auf den Philippinen sind mehr Menschen ums Leben gekommen als bisher bekannt. Die Überlebenden sehen sich Hunger und Seuchen gegenüber.

Nach den schweren Unwettern mit fast 1000 Toten oder Vermissten auf den Philippinen hat ein weiterer Tropensturm den Inselstaat heimgesucht. Tausende Menschen flüchteten sich nach Behördenangaben in Notquartiere oder höher gelegene Gegenden, um Überschwemmungen durch den Taifun "Nanmadol" zu entkommen. Mit Spitzengeschwindigkeiten von 185 Stundenkilometern und heftigen Regenfällen tobte der Sturm über das Land. Über Opfer oder Schäden wurde zunächst nicht bekannt.

Flugverkehr und Infrastruktur sind am Nullpunkt

Durch ein tropisches Tiefdruckgebiet waren im Norden der Philippinen mindestens 542 Menschen ums Leben gekommen. Das Schicksal von 400 weiteren Einwohnern war zunächst noch unklar. Alleine in drei Ortschaften in der Provinz Quezon, nur 75 Kilometer östlich der Hauptstadt Manila, starben 484 Menschen durch Erdrutsche oder Überschwemmungen. Für die Rettungsteams war es schwer, zu den betroffenen Orten zu gelangen, da die Straßen durch Schlamm, umgefallene Bäume und Geröll versperrt waren.

Wegen des neuerlichen Tropensturms wurden auf der nördlichen Hauptinsel Luzon zahlreiche Schulen geschlossen, 50 Flüge wurden gestrichen. In den Provinzen Catanduanes und Albay fiel der Strom aus. Tausende von Fährpassagieren saßen im Osten des Landes fest, weil die Schiffe ebenfalls den Betrieb einstellten.

Lebensmittel werden knapp, Seuchen drohen

In dem von den Unwettern besonders schwer getroffenen Ort Real in der Provinz Quezon wurden unterdessen die Nahrungsmittel knapp. "Es gibt fast nichts mehr zu essen, die Vorräte sind aufgebraucht", sagte Mario Naniola, Leiter einer Gruppe von freiwilligen Helfern. "So viele Menschen sind von ihrem Zuhause geflüchtet, die Straßen sind übersät mit Toten. Es ist ein schrecklicher Anblick."

Der philippinische Gesundheitsminister Manuel Dayrit rief die Menschen in der Katastrophenregion auf, die Toten so schnell wie möglich zu beerdigen, um den Ausbruch von Seuchen vorzubeugen. Die verwesenden Körper könnten Epidemien auslösen, warnte er.

Nach Angaben von Meteorologen wird der Taifun "Nanmadol" während der Nacht (Ortszeit) in Richtung Westen durch die nördlichen Provinzen von Luzon ziehen. Erst am Samstag soll er die Philippinen in Richtung Südchina verlassen.

DPA / DPA