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Texas: Schüler darf nicht zum Abschlussball, weil er Dreadlocks trägt

In ein paar Monaten wird DeAndre Arnold die High School abschließen. Zum Abschlussball wird er aber wahrscheinlich nicht hingehen können. Der Grund: Seine Frisur entspricht nicht den Schulvorschriften.

In Texas darf ein High-School-Schüler nicht zum Abschlussball, wenn er nicht seine Dreadlocks kurz schneidet

In Texas darf ein High-School-Schüler nicht zum Abschlussball, wenn er nicht seine Dreadlocks kurz schneidet (Symbolbild)

Picture Alliance

DeAndre Arnold lässt sich seit Jahren Dreadlocks wachsen. Bislang war seine Frisur für den 18-Jährigen kein Problem. Doch nun droht ihm seine Schule: Wenn er sich nicht die Haare schneiden lässt, wird er nicht am Abschlussball in ein paar Monaten teilnehmen dürfen. An der Barbers Hill High School in Mont Belvieu, Texas, gilt eine Kleiderordnung, die nicht nur die Länge der Röcke und Shorts diktiert, sondern auch die der Haare. Dreadlocks sind per se zugelassen, doch Jungs dürfen ihre Haare nicht länger als bis zum Ansatz des Hemdkragens tragen.

Arnolds Dreadlocks reichen ihm jedoch bis zur Schulter. Bis vor ein paar Wochen sei dies auch nicht beanstandet worden, sagte seine Mutter Sandy Arnold gegenüber dem TV-Sender CNN. Kurz vor den Weihnachtsferien habe aber die Bezirksverwaltung ihnen plötzlich mitgeteilt: Entweder der Schüler schneidet sich das Haar ab oder trägt die Konsequenzen.

Der Schulbesuch sei ihm unterdessen nicht untersagt worden, hieß es in einer Erklärung der Verwaltung. Es sei ihm auch weiter gestattet, an der Schule seinen Abschluss zu machen. Inzwischen ist der 18-Jährige vom Unterricht suspendiert worden. 

Mutter will eine Ausnahmegenehmigung

Laut seiner Mutter ist die Suspendierung für die Familie die einzige akzeptable Option. Ein Haarschnitt gemäß den Richtlinien käme nicht in Frage. Der Vater des Teenagers stamme aus Trinidad, wo Dreadlocks ein fester Bestandteil der Kultur seien. "Er sollte entscheiden können, wie er aussieht, und sollte nicht diskriminiert werden", sagte sie. "Sie verbieten ja auch Mädchen nicht, kurze Haare zu tragen."

In Arnolds Schulbezirk können Schüler jedoch aus medizinischen oder religiösen Gründen Ausnahmegenehmigungen beantragen. Sandy Arnold teilte CNN mit, dass sie den entsprechenden Antrag am vergangenen Mittwoch eingereicht habe. Auf die Frage, warum sie sich damit so verspätet habe, antwortete sie, sie habe nicht gewusst, dass solch eine Möglichkeit verfügbar ist. 

Kritiker werfen der Bezirksverwaltung nun vor, eine rassistische Politik zu betreiben. Superintendent Greg Poole wie diese Vorwürfe zurück. Die Vorgabe bezüglich der Haarlänge bestehe seit etwa 30 Jahren, erklärte er gegenüber CNN.

Nicht der erste Fall 

Arnold ist nicht der erste, der in ein solches Haar-Dilemma geraten ist. 2018 ging ein Video eines High-School-Wrestlers aus New Jersey viral. Er war vor die Wahl gestellt worden, entweder seine Dreadlocks abzuschneiden oder auf das Wrestling-Match zu verzichten. Auch in diesem Fall war das Haar zu lang. Der Schüler entschied sich für einen Haarschnitt. 

ivi
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