Thailand Ein Deutscher bei Absturz getötet


Bei dem Flugzeugunglück in Thailand ist nach offiziellen Angaben mindestens ein Deutscher ums Leben gekommen. Unter den bisher bestätigten 90 Toten sind Dutzende Europäer. Vier Deutsche konnten sich aus dem brennenden Wrack retten.

Das Flugzeugunglück auf der thailändischen Ferieninsel Phuket hat nach Angaben der Fluggesellschaft One-Two-Go 90 Menschenleben gefordert, darunter Dutzende europäische Urlauber. Dabei ist den offiziellen Angaben zufolge mindestens ein Deutscher ums Leben gekommen. Der Mann stamme aus Rheinland-Pfalz, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag. Ermittler, die die ganze Nacht unter Flutlicht Opfer bargen, fanden unterdessen die Datenschreiber, die technische Daten und die Gespräche im Cockpit registrieren, berichteten lokale Medien am Montag. Die beiden Piloten kamen ums Leben.

Die Maschine der Billigfluglinie One-Two-Go mit 130 Menschen an Bord war am Sonntagnachmittag bei schlechtem Wetter über die Landebahn hinausgeschossen. Sie raste in einen Erdwall, zerbrach und fing sofort Feuer. Aus dem brennenden Wrack retteten sich 40 Menschen durch einen Sprung. Viele erlitten nach Angaben von Krankenhäusern schwere Verbrennungen.

Verletzten Deutschen geht es besser

Unter den Verletzten sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes vier Deutsche und ein Österreicher, die sich aus dem brennenden Flieger retten konnten. Auf der Passagierliste stehen insgesamt sieben deutsch klingende Namen. Unter den Passagieren waren neben Thailändern auch Briten, Iren, Iraner, Australier, Schweden und Niederländer. Ein deutscher Diplomat ist nach Angaben der Botschaft in Bangkok vor Ort.

Die vier überlebenden Deutschen sind auf dem Weg der Besserung. Das sagte eine Sprecherin des Krungthep-Phuket-Krankenhauses der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die drei Männer und eine Frau im Alter von 24, 25, 27 und 36 Jahren seien nicht auf der Intensivstation und nur leicht verletzt. Sie wollten alle so schnell wie möglich nach Hause zurückkehren. Viele andere Passagiere trugen teilweise schwere Brandverletzungen davon.

Schotte irrtümlich auf Überlebenden-Liste

Die Zahl der Überlebenden des Flugzeugunglücks in Thailand ist um eine Person nach unten korrigiert worden. Laut Behördenangaben vom Montag hatten Mitarbeiter einer Klinik einen 24-jährigen Schotten fälschlicherweise als Überlebenden aufgenommen, weil dieser ebenfalls am Sonntag angereist und zur gleichen Zeit wie die Passagiere zur Behandlung eingeliefert worden war.

Die Datenschreiber sollen nach Angaben des thailändischen Transportministeriums in den USA ausgewertet werden. Erste Ergebnisse werden in einer Woche erwartet. Die Behörden gehen aber schon jetzt davon aus, dass die Bruchlandung durch das schlechte Wetter bedingt wurde.

Erstes Unglück für Ono-Two-Go

Der Pilot hatte vergeblich versucht, die Landung abzubrechen und die Maschine in letzter Minute wieder hochzuziehen. Als die McDonnell Douglas-Maschine mit 130 Menschen an Bord in Phuket zur Landung ansetzte, peitschten heftige Windböen mit Regen über die Landebahn.

Es war das erste Unglück der Linie One-Two-Go, einer erst vor wenigen Jahren gegründeten Tochter der thailändischen Fluggesellschaft Orient Thai Airlines. Orient Thai-Chef Udom Tantiprasongchai äußerte tiefes Bedauern und versprach Hilfe für die Angehörigen. Seit der Deregulierung der Luftfahrt sind in Südostasien Dutzende Fluggesellschaften entstanden, die vor allem populäre Kurzstrecken bedienen. Die verunglückte Maschine kam aus Bangkok.

DPA/AP AP DPA

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