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Tragödie bei Wohnwagenbrand: Achtjähriger opfert sich und rettet sechs Angehörige

Bei einer Tragödie in den USA hat ein Achtjähriger wahren Mut bewiesen. Er rettete sechs Verwandte aus einem Wohnwagenbrand. Als er seinem behinderten Onkel helfen wollte, gab er sein eigenes Leben.

Dieser Screenshot der Nachrichtenseite "USA Today" zeigt den ausgebrannten Wohnwagen indem der achtjährige Tyler ums Leben kam

Dieser Screenshot der Nachrichtenseite "USA Today" zeigt den ausgebrannten Wohnwagen indem der achtjährige Tyler ums Leben kam

Die US-Kleinstadt Penfield trauert um einen achtjährigen Jungen: Der kleine Tyler rettete sechs Verwandte aus einem brennenden Wohnwagen, darunter auch zwei Kinder im Alter von vier und sechs Jahren. Er kam bei dem Versuch ums Leben, noch weitere Familienmitglieder aus dem Inferno zu befreien. Insgesamt starben drei Menschen bei dem Brand. Der Feuerwehrchef der Gemeinde Penfield, Chris Ebmeyer, äußerte gegenüber der Nachrichtenseite "USA Today" die Vermutung, dass das Feuer gegen 4.45 morgens ausgebrochen sei.

Wie US-Medien berichten, wollte der Junge von Sonntag auf Montag bei Verwandten in deren Trailer in Penfield im US-Bundesstaat New York übernachten. In der Nacht sei ein Feuer in dem Wohnwagen ausgebrochen, teilte die Polizei nach übereinstimmenden Medienberichten mit. Der Junge weckte den Angaben zufolge sechs Verwandte und brachte sie hinaus. Dann kehrte er zurück, um einen behinderten Onkel aus den Flammen zu retten. "Im hinteren Teil des Wohnwagens war ein Schlafzimmer, wo eines der beiden älteren Opfer im Bett gefunden wurde. Das Kind lag in der Nähe", so der Feuerwehrchef.

Wohnwagen hatte starke Mängel

Der Großvater des Jungen kam ebenfalls ums Leben, berichtet der Nachrichtensender CNN. "Das Dach des Wohnwagens ist an der Vorderseite eingebrochen, wo auch eines der Opfer gefunden wurde. Wahrscheinlich lag der Großvater auf einer Couch, aber durch die Hitze des Brandes ist es schwer zu sagen, ob dort überhaupt ein Möbelstück gestanden hat", so Chris Ebmeyer.

Wie "USA Today" berichtet, war bekannt, dass der Wohnwagen, der Tylers Großvater gehörte, starke Mängel aufwies. Laut den Betreibern des Wohnwagenplatzes, war der Trailer bereits mindestens ein Mal als unbewohnbar eingestuft worden. Dach und Fenster mussten im vergangenen Jahr bereits ausgetauscht werden. In den USA gibt es kaum Feuerschutzbestimmungen, wenn ein Wohnwagen nicht gemietet, sondern in Privatbesitz ist.

"Er ist ein wahrer Held"

Tylers Großvater war ebenfalls darauf hingewiesen worden, dass zu viele Leute auf dem Grundstück lebten. Doch in den USA gelten auch hier unterschiedliche Regeln für Miet- und Eigentumsobjekte, wie der Feuerwehrchef der "USA Today" erklärt. "Wenn es ein Mietwohnwagen oder ein gemietetes Haus gewesen wäre, würde es in Bezug auf die Zahl der Bewohner und der Inspektionen unter die Bestimmungen der zuständigen Feuerwehrbehörde fallen." Dies sei jedoch nicht der Fall: "Diese Trailer sind im Privatbesitz, die Eigentümer könnten 50 Menschen darin wohnen lassen, wenn sie wollen."

Nachbarn beschrieben Tyler als energiegeladenen und manchmal spitzbübischen Jungen, der Ballspiele und Fangen liebte. "Mutig und selbstlos opferte er sein eigenes Leben. Er konnte dadurch die Leben von sechs anderen Menschen retten und er ist ein wahrer Held", sagte der Vorsteher von Tylers Schulbezirks in einer Mitteilung der Behörde. Laut der Nachrichtenseite "Daily Mail" wurde das Feuer wahrscheinlich von einem Kurzschluss an der Vorderseite des Wohnwagens verursacht. Ob ein Feuermelder eingebaut war und ob dieser funktionierte, ist bislang unklar.

amt mit Agenturen
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