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Tropensturm über Philippen: Mindestens 35 Tote, mehr als eine halbe Million in Notunterkünften

Zahlreiche Straßen wurden bei Erdrutschen begraben, der Fährverkehr in den Provinzen wurde eingestellt, Städte standen unter Wasser - der Tropensturm "Nock-ten" traf die Philippinen mit voller Wucht. Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen.

Der Tropensturm "Nock-ten" hat weitere Teile der Philippinen heimgesucht und nach neuen Angaben mindestens 35 Menschen getötet. Weitere 25 Menschen würden vermisst, seit der Sturm am Dienstag die philippinische Hauptinsel Luzon erreicht habe, teilte der nationale Katastrophenschutzrat am Donnerstag mit. Hunderttausende Menschen harrten weiter in Notunterkünften aus, nachdem ihre Häuser überschwemmt worden waren.

"Nock-ten", dessen Namen auf einen laotischen Vogel zurückgeht, erreichte am Donnerstag das Südchinesische Meer. Im Norden von Luzon verursachte er dennoch weiter heftige Regenfälle, die Erdrutsche auslösen könnten. Am Mittwoch seien bei einem Erdrutsch in dem Gebiet zwei Polizisten und zwei Regierungsangestellte umgekommen, erklärte der Leiter des Katastrophenschutzrates, Benito Ramos. Auch in anderen Teilen der Insel hatte der Tropensturm für gefährliche Erdrutsche und Überschwemmungen gesorgt.

Bei vielen der Vermissten handelt es sich laut Ramos um Fischer, die während des Sturms aufs Meer hinausgefahren seien. Da sie mit ihrem Fang ihre Familien ernähren müssten, nähmen sie das Risiko in Kauf.

Jedes Jahr schwere Taifune

Fast 650.000 Menschen waren am Donnerstag weiterhin in Notunterkünften untergebracht, weil ihre Häuser unter Wasser standen. Unter den Überschwemmungen litt insbesondere die östliche Region Bicol. Dort werde es voraussichtlich noch drei Tage dauern, bis das Hochwasser zurückgehe, erklärte Ramos.

Die Philippinen werden jedes Jahr von etwa 20 Taifunen heimgesucht. Der Tropensturm "Ketsana" und der Taifun "Parma" hatten im September und Oktober 2009 schwere Überschwemmungen in dem Inselstaat angerichtet. Mehr als tausend Menschen starben, insgesamt waren zehn Millionen Menschen von den Unwettern betroffen.