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Demenz Türschloss mit Morse-Erfahrung geknackt: Rentnerpaar büxt aus Altenheim aus

Das Rentnerpaar war gemeinsam aus der Wohnanlage ausgebüxt (Symbolbild)
Das Rentnerpaar war gemeinsam aus der Wohnanlage ausgebüxt (Symbolbild)
© skynesher / Getty Images
Weil ihnen das Alleineleben nicht mehr zugetraut wurde, wurde ein Rentnerpaar in einem Altenheim überwacht. Doch dann gelang den beiden auf clevere Art die Flucht. Die Strafe dafür trifft aber jemanden anderen.

Der Drang nach Freiheit ist in Menschen tief verwurzelt. Selbst, wenn sie eigentlich zum eigenen Schutz genommen wurde. Einem Paar aus Tennessee wurde entsprechend verständnisvoll begegnet, als es aus einem Altenheim ausbrach. Vielleicht auch, weil sie es wirklich überraschend anstellten.

Das Rentner-Pärchen war im Juli 2019 gemeinsam in dem Altenheim untergebracht worden. Im März 2020 kam es dann zur Flucht. Nachdem sie die Türsysteme überlistet hatten, waren die beiden einem Bericht eines Untersuchungsausschusses zufolge von dem Gelände entkommen. Nach etwa einer halben Stunde in Freiheit wurden sie zurückgebracht.

Flucht mit Morse-Erfahrung

Von den neugierigen Pflegern gefragt, waren die beiden auskunftsfreudig, wie sie ausgebüxt waren: Er habe früher beim Militär mit Morse-Geräten gearbeitet, verriet der Ehemann. Dadurch sei es ihm leicht gefallen, die unterschiedlichen Tastentöne des per Pin gesicherten Schlosses herauszuhören. Und als er die Kombination dann ausprobierte, hätten sich die Türen geöffnet.

Dass das Paar quasi eingesperrt war, lag an ihren medizinischen Bedingungen: Eine der beiden Personen leidet dem Bericht nach an Demenz, die andere an Alzheimer und Parkinson. Die demenzkranke Person neige dem Bericht zufolge dazu, ziellos herumzuwandern.

Joan MacDonald

Strafen nur für das Wohnheim

Trotzdem hätte sich die Einrichtung besser um sie kümmern müssen, entschied die staatliche Gesundheits-Kommission von Tennessee. Die Einrichtung, in der sie leben, muss deshalb eine Strafe von 2000 Dollar zahlen. Zudem wurde festgelegt, dass die beiden die Anlage regelmäßig unter Aufsicht eines Pflegers verlassen dürfen. Auch die gemeinsame Tochter darf ihre Eltern zu Spaziergängen begleiten, heißt es in der gerade veröffentlichten Entscheidung zu dem Fall.

Die Anstalt hat Besserung gelobt. "Die Sicherheit unserer Bewohner hat für uns höchste Priorität. Wir sind sehr dankbar, dass beide Bewohner unbeschadet in unsere Gemeinschaft zurückgebracht wurden", heißt es laut dem Lokalblatt "Tennessean" in einem Statement. Man habe den Vorfall selbst gemeldet und eng mit den staatlichen Stellen zusammengearbeitet. Um ein weiteres Ausbüxen zu verhindern, wurden ebenfalls Maßnahmen umgesetzt: Sämtliche Türcodes wurden geändert. Ob auch die Tastentöne abgeschaltet wurden, ist nicht bekannt.

Quellen:Behörden-Bericht,Tennessean

mma

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