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Überschwemmungen: Neiße-Hochwasserscheitel bewegt sich nach Norden

Das Hochwasser von Spree und Neiße hat Brandenburg am Montag langsamer als erwartet erreicht. Der Grund dafür sind offenbar größere Überschwemmungen in Sachsen, sagte Wolfgang Genehr, Leiter der Regionalabteilung Süd des Landesumweltamtes.

Der Hochwasser-Scheitel der Neiße bewegt sich weiter nach Norden. Im nordsächsischen Bad Muskau wurden vorsorglich rund 100 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Leiter des Katastrophenstabes, Thomas Gampe, sagte MDR info, im Ortsteil Sagar müsse damit gerechnet werden, dass der Deich den Wassermassen nicht standhalte. Der Hochwasserscheitel wurde in dem Ort noch am Vormittag erwartet. Bedroht ist damit auch der welterbegeschützte Fürst-Pückler-Park. Die Behörden rechnen aber entgegen ersten Befürchtungen nicht mit besonders gravierenden Schäden.

Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) sagte dem Sender, eine Überflutung des Parks lasse sich schon wegen seiner Lage nicht vermeiden. Er rechne aber nicht damit, dass es wirklich zu größeren Schäden komme. So seien Technik und Mobiliar aus den Gebäude in Sicherheit gebracht worden. Auch das Schloss sei zusätzlich gesichert worden. Während die Menschen in Bad Muskau und weiter nördlich in Brandenburg noch bangen mussten, ging das Hochwasser in Ostsachsen bereits deutlich zurück.

Der Krisenstab des sächsischen Innenministeriums hatte am Sonntagabend erklärt, die Neiße werde im Laufe des Tages fast auf Normalstand gesunken sein. Es werde auch nicht mit einer zweiten Flutwelle gerechnet. An der oberen sächsischen Elbe kann dagegen noch keine Entwarnung gegeben werden, da sich Wassermassen von der Moldau und der Elbe auf Sachsen zubewegen. Die Hochwassermarke werde aber deutlich unter der aus dem Jahr 2002 bleiben.

Ein Bild von der Lage in den betroffenen Gebieten wollte sich am Montag Bundesinnenminister Thomas de Maizière machen. Der CDU-Politiker wollte zunächst nach Bautzen reisen. Anschließend wurde er in Bad Muskau erwartet.

DPA/APN / DPA