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Krieg mit Russland Das Einhorn auf der Uniform: LGBTQ-Soldaten kämpfen in der Ukraine für ihre Freiheit

Soldat in der Ukraine
Soldat in der Ukraine
© Leon Klein / Picture Alliance
In der Ukraine kämpfen auch Mitglieder der LGBTQ-Community gegen Russland. Sollte Putins Armee gewinnen, befürchten sie, alle ihre Rechte zu verlieren.

Mit allen Mitteln versuchen Ukrainer:innen, ihr Land gegen den russischen Angriff zu verteidigen. In dem nun schon mehr als drei Monate andauernden Krieg greifen auch viele Menschen zu den Waffen, die sich das vorher niemals hätten vorstellen können – darunter auch Mitglieder der LGBTQ-Community in der Ukraine, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Sie haben ein ganz besonderes Kennzeichen gewählt, um ihre Gemeinschaft im Krieg zu repräsentieren: Auf ihren Uniformen prangt ein Einhorn – von Hand direkt unter die ukrainische Nationalflagge genäht. Laut Reuters ist die Tradition bereits nach der Annexion der Krim durch Russland entstanden. Damals hieß es, in der ukrainischen Armee würden keine homosexuellen, bisexuellen, Transgender oder queere Menschen kämpfen.

Ukraine: Das Einhorn wurde zum Symbol der LGBTQ

Der Realität entsprach das schon damals nicht – und nun, da Russland die gesamte Ukraine angegriffen hat, erst recht nicht. Trotzdem leitet sich daraus das Symbol des Einhorns ab. "Die LGBTQ-Community hat das Einhorn ausgewählt, weil es eine nicht existente Figur aus der Fantasiewelt ist", erklärte der 37-jährige Oleksandr Zhuhan, einer der LGBTQ-Kämpfer, Reuters. 

Es habe nach dem russischen Angriff am 24. Februar nur drei Möglichkeiten gegeben: sich in einem Luftschutzbunker zu verstecken, davonzulaufen oder sich den Streitkräften anzuschließen, sagte Antonina Romanova. Romanova identifiziert sich selbst als non-binäre Person, fühlt sich also keinem der beiden klassischen Geschlechter zugehörig. "Wir haben uns für die dritte Option entschieden", sagt Romanova.

Angst vor Putin

Dabei geht es nicht nur darum, das eigene Land zu verteidigen. Es ist auch ein Kampf der Kulturen: Russlands Präsident Wladimir Putin unterdrückt in seinem Land die LGBTQ-Community. Zhuhan und Romanova kämpfen auch dafür, dass das in der Ukraine nicht passiert. "Russland nimmt nicht nur unser Land weg und bringt unsere Leute um", erklärte Zhuhan Reuters. "Sie wollen unsere Kultur zerstören. Das können wir nicht zulassen."

"Die LGBTQ-Community ist in großer Gefahr, sollte Russland gewinnen", sagte ein weiterer queerer ukrainischer Freiwilliger "Forbes". "Wenn Russland gewinnt, bedeutet das Dunkelheit. Es wird kein Recht auf Freiheit geben, kein Recht man selbst zu sein oder auf Diversität."

Die Menschen in den von Krieg und Gewalt betroffenen Gebieten in der Ukraine brauchen unsere Hilfe. Die Stiftung stern arbeitet mit Partnerorganisationen vor Ort zusammen, die von uns geprüft wurden. Wir leiten Ihre Spende ohne Abzug weiter. Über diesen Link kommen Sie direkt zu unserem Spendenformular.
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Doch auch vor dem Krieg war das Leben für die LBTQ-Community in der Ukraine nicht immer einfach – in der religiös geprägten Gesellschaft ebensowenig wie in der Armee. Oleksandr Zhuhan hatte sich deshalb auch Sorgen darum gemacht, wie er von den anderen Truppenangehörigen aufgenommen werden würde. Das war aber weitestgehend unbegründet, erzählte er Reuters: Die Kommandeure hätten schnell klar gemacht, dass sie keinerlei Homophobie dulden würden und in dieser Situation nur zähle, wie gut jemand kämpfe.

Quellen: Reuters / "Forbes"

100 Tage Ukraine-Krieg: Video-Tagebuch einer Mutter

Sehen Sie im Video: Der Krieg in der Ukraine durch die Augen einer Mutter: Das zeigt der Youtube-Kanal von Olena Gnes aus Kiew. Seit  dem Einmarsch der russischen Streitkräfte berichtet sie hautnah von ihren Erfahrungen und Ängsten.

epp

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