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Umweltkatastrophe in Ungarn: Kolontar flieht wieder vor dem Schlamm

Der zu Beginn der Woche von einer Giftschlammwelle verwüstete ungarische Ort Kolontar ist evakuiert worden. Experten befürchteten, dass noch mehr Schlamm aus dem Auffangbecken einer Aluminiumfabrik austreten könnte.

In Ungarn ist das Dorf Kolontar wegen einer drohenden erneuten Überschwemmung mit giftigem rotem Schlamm vollständig geräumt worden. Auch im Nachbarort Devecser seien die Bewohner aufgefordert worden, sich auf eine mögliche Räumung des Städtchens vorzubereiten, sagte der Leiter des regionalen Katastrophenschutzes, Tibor Dobson. In der Einfassung des Auffangbeckens für den Schlamm seien neue Risse aufgetaucht, der Damm drohe komplett einzustürzen.

Die 800 Einwohner von Kolontar wurden mit Bussen in die nahegelegene Stadt Ajka gebracht, sagte Dobson. Das Dorf war am Montag nach dem Bruch des Damms eines Auffangbeckens für Abfälle aus einer Aluminiumfabrik in Ajka von einer Flut hochgiftigen roten Schlamms teilweise zerstört worden. Bei dem Unglück 160 Kilometer westlich der Hauptstadt Budapest starben mindestens sieben Menschen.

Deich wird errichtet

Um Kolontar vor weiterer Zerstörung zu schützen, begannen am Samstag die Arbeiten für die Errichtung eines 40 Meter langen und fünf Meter hohen Deichs aus Steinen und Erde. Der Damm, der das Dorf in zwei Abschnitte teilt, soll innerhalb von 48 Stunden fertig gestellt sein. Nach Errichtung der Bauarbeiten könnten die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren, sagte Dobson.

Der am Montag ausgetretene Schlamm verseuchte Bäche und Flüsse und erreichte am Donnerstagmorgen auch die Donau. Die Wassermesswerte normalisierten sich nach Informationen des Katastrophenschutzes am Freitag wieder. Die Umweltorganisation Greenpeace warnte jedoch, das Unglück könne lang anhaltende Folgen für die Umwelt und die Nahrungskette zur Folge haben.

AFP/san / AFP
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