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Ursache und Schadenshöhe noch unklar Ermittlungen nach Chemieunfall laufen

Nach dem Chemieunfall beim Lebensmittelmulti Kraft in Bad Fallingbostel haben die Aufräumarbeiten begonnen. Ob der Vorfall ein strafrechtliches Nachspiel haben wird, ist noch offen.

Nach dem Chemieunfall in einem Werk des Lebensmittelherstellers Kraft in Bad Fallingbostel beginnt die Feuerwehr mit Aufräumarbeiten. "Wir haben gestern Abend um 20 Uhr Schluss gemacht, die Grenze der Belastbarkeit war erreicht", sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister Jens Wolters am Mittwochmorgen. Die Feuerwehrleute waren mehr als 24 Stunden damit beschäftigt gewesen, eine Giftwolke aufzulösen, erst am späten Nachmittag kam die Entwarnung. Die Wolke hatte sich gebildet, als bei Reinigungsarbeiten am Montag versehentlich tausende Liter Salpetersäure in einen Tank mit Natronlauge geschüttet worden waren.

Nach dem Unfall war die Umgebung in einem Radius von 500 Metern geräumt worden. Rund 1200 Menschen waren von der Evakuierung betroffen. Sie mussten in Notunterkünften übernachten. Die Autobahn 7, eine wichtige Nord-Süd-Achse, war bei Walsrode in beide Richtungen zeitweise komplett gesperrt.

In dem betroffenen Tank waren 14.000 Liter Natronlauge, dazu waren versehentlich 10.000 Liter Salpetersäure gekippt worden. Seit Montag versuchten Spezialkräfte, die Säure abzupumpen. Bei dem Einsatz waren insgesamt bis zu 1000 Kräfte im Einsatz, darunter auch ABC-Soldaten der Bundeswehr.

Katastrophenalarm aufgehoben

Am Dienstagnachmittag konnten die Menschen dann aufatmen und die Notunterkünfte verlassen. Um 15.45 Uhr hob der Landrat den Katastrophenalarm auf.

Ob der Chemieunfall ein strafrechtliches Nachspiel haben wird, ist nach Angaben eines Polizeisprechers vom Mittwochmorgen noch offen. Klar sei, dass fahrlässig gehandelt worden sei. Die Staatsanwaltschaft müsse entscheiden, wie dies zu bewerten sei.

Das Unternehmen Kraft Foods hatte angekündigt, es werde alles daran setzen, herauszufinden, was genau passiert sei. Wann die Produktion in dem Lebensmittelwerk in der Lüneburger Heide wieder anläuft, ist noch offen. Dort wird unter anderem Mirácoli hergestellt.

kave/DPA DPA

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