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Mitten in Alabama: Bürgermeister will Homosexuelle "ausrotten" - und fühlt sich missverstanden

Auf seiner Facebook-Seite hat ein US-Bürgermeister offenbar zum Töten von Homosexuellen aufgerufen. Doch als Kritik kommt, will er das alles nicht so gemeint haben.

Ein kräftiger Mann mit grauem Seitenscheitel und roten Polo-Shirt schaut direkt in die Kamera

Auf der Homepage der Gemeinde Carbon Hill präsentiert sich Bürgermeister Mark Chambers als Familienmensch

Ein Bürgermeister im US-Bundesstaat Alabama hat auf seiner Facebook-Seite offenbar dazu aufgerufen, Homosexuelle zu töten. Das berichten US-Medien übereinstimmend. Mark Chambers ist Bürgermeister des 2000-Einwohner-Städtchens Carbon Hill. Auf der Homepage der Stadt präsentiert er sich als in der Gemeinde verwurzelter Familienmensch. Auf seiner - inzwischen auf privat gestellten - Facebook-Seite erweckt er einen ganz anderen Eindruck: den eines radikalen Homosexuellen-Hassers.

Dem Lokalsender WBRC zufolge postete Chambers zunächst: "Wir leben in einer Gesellschaft, in der Homosexuelle uns Moral und Transvestiten uns Humanbiologie lehren, Baby-Killer uns Menschenrechte und Sozialisten uns Wirtschaft beibringen." Ein Facebook-Freund antwortet ihm laut WBRC: "Indem wir der Minderheit mehr Rechte einräumen als der Mehrheit. Ich hasse den Gedanken an das Land, in dem meine Großkinder aufwachsen werden - es sei denn, wir ändern es irgendwie. Ich denke, dafür brauchen wir eine Revolution." Daraufhin antwortet Chambers ihm: "Der einzige Weg, das zu ändern, wäre, das Problem auszurotten. Ich weiß: Es ist schlecht, das zu sagen. Aber ohne sie auszurotten gibt es keine Möglichkeit, das in Ordnung zu bringen." Die Posts sind nicht mehr auf Facebook zu finden, aber WBRC zeigt Screenshots der Äußerungen online.

Bürgermeister reagiert auf Kritik

Dem Sender stand Chambers telefonisch Rede und Antwort. Allerdings suggerierte er erst, jemand anders habe das auf seiner Facebook-Seite gepostet. In einem zweiten Telefonat gab er doch zu, die Posts geschrieben zu haben. Der sei allerdings aus dem Zusammenhang gerissen worden. Und außerdem sollte das eine private Nachricht an einen Freund sein und kein öffentlicher Post. Im selben Telefonat nannte er laut WBRC noch Einwanderer "undankbar" und behauptete, seine Äußerungen seien eine Reaktion auf den Bürgerkrieg, der sich momentan in den USA abspiele. "Ich habe nie etwas gesagt über das Ausrotten von Homosexuellen", sagte Chambers dem Sender. Als der Reporter ihm den Post vorgelesen habe, hat Chambers laut WBRC gesagt: "Das passiert im Falle einer Revolution. [...] Wenn es zu einer Revolution in diesem Land kommt, werden beide Sorten dieser Menschen getötet."

Am Dienstag hat sich Chambers laut "BBC" auf seiner Facebook-Seite entschuldigt: "Obwohl ich glaube, dass mein Kommentar aus dem Zusammenhang gerissen wurde und nicht auf die LGBTQ-Community abzielte, weiß ich, dass es falsch war zu sagen, dass jemand getötet werden sollte."

Wie aufrichtig Chambers seine Entschuldigung meint, weiß wohl nur er selbst.

Quellen: BBC, WBRC, CBS News, CarbonHill.org.

tkr