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Diskriminierungsklage Er sollte sein "Schwulsein etwas herunterfahren": US-Cop erhält Millionen-Entschädigung

Ein Polizist in den USA hat eine Millionen-Entschädigung zugesprochen bekommen
Ein Polizist in den USA hat eine Millionen-Entschädigung zugesprochen bekommen
© Jim West / Picture Alliance
Ein US-Polizist zog vor Gericht, weil er meinte nur wegen seiner Homosexualität nicht befördert zu werden. Eine Jury sprach ihm nun knapp 20 Millionen US-Dollar als Entschädigung zu.

Ein schwuler US-Polizist hat eine Millionen-Entschädigung erhalten, weil er im Job diskriminiert wurde. Sergeant Keith Wildhaber aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri zog vor Gericht, weil er meinte, aufgrund seiner sexuellen Orientierung bei Beförderungen übergangen worden zu sein. Eine Jury sprach ihm nun rund 20 Millionen US-Dollar zu. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend, unter anderem CNN und NBC News.

Laut der Klageschrift bewarb sich Wildhaber 2014 auf eine Stelle als Lieutenant, woraufhin ihm ein Mitglied des örtlichen Polizei-Aufsichtsrates direkt gesagt haben soll, dass dies aufgrund seiner Homosexualität schwierig würde. "Die Führungsetage hat ein Problem mit Ihrer Sexualität", soll der Mann gesagt haben. "Wenn Sie jemals befördert werden wollen, sollten sie das Schwulsein etwas herunterfahren." Laut CNN bestreitet der Mann, diese Sätze gesagt zu haben.

Wildhaber war den Berichten zufolge damals bereits seit 20 Jahren Polizist und soll ein tadelloser Mitarbeiter gewesen sein, dessen Leistungen stets von seinen Vorgesetzten positiv bewertet worden seien. Dennoch habe er die Beförderung nicht bekommen. Auch im Anschluss sei er mehrfach übergangen worden sein. 

Knapp 20 Millionen US-Dollar zugesprochen

2016 habe er dann Beschwerde bei der Anti-Diskriminierungsstelle eingelegt. Einen Monat später sei er versetzt worden. Von da an habe er die Nachtschicht in einer fast 45 Kilometer von seinem Wohnort entfernten Polizeiwache machen müssen. Im Folgejahr sei er vor Gericht gezogen.

Die Jury entschied nun den Berichten zufolge zu seinen Gunsten und sprach ihm 1,9 Millionen Dollar Schadenersatz und zehn Millionen Dollar zusätzliche Strafzahlungen wegen der Diskriminierung zu sowie 999.000 Dollar Entschädigung und sieben Millionen Zusatzzahlungen wegen Vergeltung. Die Jury sah es demnach als erwiesen an, dass man sich an Wildhaber mit der Versetzung auf ein anderes Revier rächen wollte, weil er Klage eingereicht hatte. "Wir wollten ein Zeichen setzen", wird der Jury-Sprecher in mehreren Medien zitiert. "Wenn Sie diskriminieren, dann werden Sie einen hohen Preis zahlen."

Den Berichten zufolge prüfe der Bezirk nun seine weiteren juristischen Optionen. Zu personellen Konsequenzen in der örtlichen Polizeibehörde soll es in jedem Fall kommen. Die Behörden teilten bereits mit, dass man den Aufsichtsrat, der den Polizeichef überwacht, neu besetzen werde.

Quellen:CNNCBS News / "New York Times" / NBC News

fin

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