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Vielseitig einsetzbar: Wie Kondome den Alltag der Kubaner erleichtern - nicht nur beim Sex

Vor wenigen Jahren waren Kondome auf Kuba noch Mangelware, schwer zu bekommen und verhältnismäßig teuer. Seitdem allerdings die Regierung den Import erhöht und das Gummi zur Massenware erhoben hat, erfreut es sich auch in ungewöhnlichen Bereichen großer Beliebtheit.

Kuba und die Kondome

Kuba, Havanna: Mithilfe von Kondomen, die auf Flaschen gestülpt sind, kontrolliert Orestes Estevez den Fermentationsprozess seines Weines. 

DPA

Wenn die Sonne an Havannas berühmtester Uferpromenade langsam untergeht, vollzieht sich an jedem Abend ein absurdes Schauspiel. Mit voller Lunge bläst Ernesto Rodríguez auf dem Malecón drei bis vier Kondome auf und bindet sie an einer Angelschnur zusammen. Dann wirft er das irrwitzige Konstrukt auf das Meer, in der Hoffnung, dass ein Fisch anbeißt. 

Das Ritual, das der Fischer Rodríguez hier Tag für Tag vollzieht, steht sinnbildlich für das gegenwärtige Kuba, wo wirtschaftlicher Mangel und kreativer Geschäftssinn oft Hand in Hand gehen. Viele Einwohner des sozialistischen Inselstaats haben gelernt, sich von dem notorischen Mangel an Produkten und Materialien nicht einschränken zu lassen und mit viel Einfallsreichtum ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Kondome tragen die Angelhaken weit auf's Meer

Für die Fischer an der Promenade haben die aufgeblasenen Kondome viele Vorteile. Seitdem die kubanischen Behörden in den 90er Jahren das Angeln auf Flößen vor dem Malecón verboten haben, gab es für die Fischer keine Möglichkeit mehr, an den großen Fang heranzukommen. "Die großen Fische tummeln sich nicht direkt an der Mauer, deswegen müssen wir sie suchen gehen", erklärt Rodríguez.

Kuba, Havanna: Ein Angler bläst ein Kondom auf, um es als Schwimmer zu nutzen.

Kuba, Havanna: Ernesto Rodríguez bläst ein Kondom auf, um es als Schwimmer zu nutzen.

DPA

Was mit den herkömmlichen Angeln nicht möglich war, ist dank der Kondome einfacher geworden. Sie tragen die Angelhaken auf eine Distanz von bis zu 300 Meter hinaus auf das Meer, dorthin wo die Fische 10 bis 15 Kilo auf die Waage bringen.

Fischer verschaffen sich gleich zwei Vorteile

Für Rodríguez ist das ein entscheidender Faktor. Fischen ist für ihn nicht nur Hobby, sondern er verdient sich damit auch teilweise seinen Lebensunterhalt. Denn obwohl es eigentlich nicht legal ist, die Fische weiterzuverkaufen, bekommt er von den Restaurants an der Promenade einen Dollar pro Kilo Schnapper.

Kuba, Havanna: Mit den Kondomen angelt Ernesto Rodríguez Fische, die weit vom Ufer entfernt schwimmen.

Kuba, Havanna: Mit den Kondomen angelt Ernesto Rodríguez Fische, die weit vom Ufer entfernt schwimmen.

DPA

Und noch einen Vorteil haben die Kondome: Sie vermeiden, dass der Angelhaken im Meer versinkt. Wenn ein Fisch anbeißt, bleibt er an der Wasseroberfläche, und das Risiko, den Fisch samt Haken durch einen Ruck zu verlieren, wird so kleiner.

Eine Schachtel Kondome kostet fünf Cent

Es ist noch gar nicht lange her, da waren Kondome selbst absolute Mangelware auf Kuba. 2014 gipfelte der Kondommangel in einer Krise und schaffte es sogar in die Zeitung "Granma", dem offiziellen Blatt der Kommunistischen Partei Kubas. Seitdem hat sich das jährliche eingeführte Kondomkontingent von 70 Millionen auf 120 Millionen erhöht. Die Kondome werden aus China und Indien importiert und vom Staat subventioniert. Eine Schachtel kostet 5 kubanische Pesos, was etwa 5 Cent entspricht.

Auch auf die Herstellung von Wein nehmen die Präservative mittlerweile entscheidenden Einfluss. Orestes Estévez arbeitete 30 Jahre im Innenministerium, bevor er die wirtschaftliche Öffnung unter dem damaligen Präsidenten Raúl Castro nutzte, um eine Lizenz für die Herstellung von Wein zu erhalten. Er benutzt die Kondome im Fermentierungsprozess. 

Ein Gummi für den kubanischen Wein

Dabei wird das Kondom auf den Hals der Flasche gestülpt, in der die Früchte quellen. Estévez fügte dem Wein auch Ginseng oder Brunnenkresse bei. "Während der Gärung beginnt das Kondom aufzusteigen, etwa so wie beim Mann", erklärt Estévez. In das Präservativ werden dabei kleine Löcher gestochen, damit es während des bis zu 45 Tage andauernden Fermentationsprozess nicht platzt.

Kuba, Havanna: Mit Kondomen, die auf Weinflaschen gestülpt sind, kontrolliert Orestes Estevezden den Fermentationsprozess

Kuba, Havanna: Fermentationsprozess im Weinhandel von Orestes Estevez.

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Die Weine verkauft Estévez in seinem Geschäft "La Casa del Vino" für einen Preis zwischen 50 Cent und einem Dollar. In der Nachbarschaft hat er sich nach eigener Aussage mit den Weinen bereits beliebt gemacht. Die Bewohner des Viertels tränken jetzt endlich guten Wein und keinen billigen Alkohol mehr. Das wirke sich auch sonst positiv auf das Zusammenleben aus: "Sie essen gut, sie schlafen gut und sie sprechen miteinander", sagt Estévez. Die Kondome sorgen in Kuba offenbar für mehr Gemeinschaftlichkeit - nicht nur im Bett.

sve / DPA
Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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